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Sony BMG
Man In Black Live In Denmark 1971
Johnny Cash
Man In Black Live In Denmark 1971, Sony BMG, 2006
Johnny Cash Guitar & Vocals
Marshall Grant Bass
W.S. Holland Drums
Bob Wootton Guitar
Carl Perkins Guitar & Vocals
The Carter Family (Mother Maybelle, Helen, Anita & June) Vocals, Guitar & Autoharp
The Statler Brothers (Harold Reid, Don Reed, Phil Balsley, Lew DeWitt) Vocals & Guitar
Länge: ca. 60 Min Medium: DVD
1. A Boy Named Sue11. Darlin' Companion
2. Sunday Mornin' Comin' Down12. If I Were Carpenter
3. I Walk The Line13. Help Me Make It Through The Night
4. Blue Suede Shoes14. Man In Black
5. Matchbox15. Introduction To The Carter Family
6. Me And Bobby McGee16. A Song To Mama
7. Guess Things Happen That Way17. No Need To Worry
8. Bed Of Roses18. Rock Of Ages
9. Flowers On The Wall19. Children, Go Where I Send Thee
10. Folsom Prison Blues

Anfang der 70er hatte es Johnny Cash auf den Gipfel geschafft. Seine Alben verkauften sich prächtig, Satteltaschen voller Hits trug er mit sich herum, eine eigene Fernsehshow - in der sogar der kamerascheue Bob Dylan auftrat - wurde wöchentlich ausgestrahlt und eine weltweite Fangemeinde huldigte ihm. Das war in Europa nicht anders und vor allem die skandinavischen Länder mochte der Country-Star. So kam es auch zur TV-Aufzeichnung dieser Show in Dänemark.
Wenn man ein überdimensionales Land wie die USA gewohnt ist, kann man sich im kleinen Europa schon mal vertun. So fordert Johnny im Verlauf der Show seine Partnerin June Carter Cash auf, etwas auf schwedisch zum Publikum zu sagen.
Auf alle Fälle ist er gut drauf und das gilt auch für seine Begleiter. Da stehen die legendären 'Tennessee Three' auf den Bühnenbrettern und sorgen für den ebenso legendären Boom-Chicka-Boom Rhythmus. "Verstärkt" - natürlich wird hier live gespielt - werden sie u.a. von dem Rock'n'Roll- und Rockabilly-Star Carl Perkins und weitere Gäste sollten folgen.
Von Johns Begleitung auf der Akustikgitarre hört man wenig bis nichts, denn im Gegensatz zu denen seiner Kollegen ist sie an keinen Verstärker angeschlossen.

Wie gesagt, der 'Man In Black' ist gutgelaunt und legt auch gleich mit einem seiner großen Hits los: A Boy Named Sue. Löst natürlich vor diesem "Familienpublikum" nicht die Reaktionen aus, wie vor Gefängnisinsassen, aber, ist es wegen dem TV oder macht er sich über die Ausblendungen auf seinen Knast-CDs lustig? Jedenfalls 'beept' er das Wort "bitch" hier persönlich weg.
Na ja, das Publikum ist natürlich Fernseh- und Zeitentsprechend: 1971. Die sehen kaum anders aus, als wir das von alten Beat Club-, Musikladen- oder WDR Studio-Aufnahmen gewohnt sind.
Musikalisch geht alles locker und flott von der Hand, wie man das von solchen Cracks erwarten kann. Johnny Cash tritt zur Seite und lässt seinen alten Freund Carl Perkins ins Rampenlicht und der bringt seine Hits Blue Suede Shoes und Matchbox ebenfalls agil und flott und spielt auch noch richtig gute Soli. Johnny zeigt Größe und verschwindet nicht in den Kulissen, sondern steht beim Publikum, applaudiert, spielt ein bisschen und animiert das Publikum zum mitklatschen.
Die damals noch recht frischen Me And Bobby McGee sowie Help Me Make It Thorugh The Night seines Kollegen Kris Kristofferson sind auch schon im Programm und Johnnys Interpretationen sind durchaus interessant und gut. Bei letzterem ist seine Frau June schon mit auf der Bühne, aber vorher zeigen noch die STATLER BROTHERS welch einzigartigen Harmoniegesang sie zu viert erzeugen können. Die stehen anderen Vokalgruppen in nichts nach. Natürlich muss man schon etwas Bluegrass und Hillbilly mögen, aber dann sind Titel Bed Of Roses und Flowers On The Wall ein echter Genuss.

Ja, das waren noch Zeiten. Keine Heerscharen von Bühnenassistenten, hier stellen die Stars noch selbst ihre Mikroständer hin und her, wie es auch Johnny Cash bereitwillig für seine Gäste macht.
Als seine Frau JUNE CARTER CASH auf die Bühne kommt, bringt die noch mal eine zusätzliche Portion Esprit mi. Man sieht es ihr auf den ersten Blick nicht so an, aber selbst vor dem Bildschirm spürt man die unglaubliche Präsenz dieser Frau und das macht sich natürlich auch in den Duetten mit ihrem Mann äußerst positiv bemerkbar.
Es wird als beständig besser und besser auf der Bühne. Bald kommt die Original Carter Family auf die Bühne, mit Mother Maybelle Carter. Angesichts dieser Pioniere der Countrymusik kommen schon starke Gefühle auf und wenn sich ihre Töchter mit Johnny zur gesanglichen Hommage A Song To Mama zusammenfinden, fliest auch bei Mother Maybelle die ein oder andere Träne.
Leider hört man von der oft zitierten Autoharp Maybelles nicht sonderlich viel, da sie natürlich nicht über einen Verstärker gespielt wird sondern vors Mikro gehalten. Schade.
Trotz aller Rührseligkeit kommt schnell wieder Schwung herein. Zusammen mit den Statler Brothers werden Gospels und Spirituals so mitreißend präsentiert, dass man einfach mitgerissen wird. Gerade beim letzten, Children, Go Where I Send Thee, wenn sich die Sänger die Refrain-Parts genial zuspielen - Johnny, die Statler Brothers, die Carter Family und Carl Perkins - begeistert das dermaßen, dass man, würde eine Telefonnummer eingeblendet, unverzüglich zum Hörer greifen und spenden würde.
Eine gute Stunde ist man richtig fasziniert vom Man in Black und seinem Gefolge, so dass diese DVD von vorn bis hinten absolut empfehlenswert ist.

Ländercode: 0
Ton: Dolby Stereo
Bild: 4:3

Epi Schmidt, (Artikelliste), 02.10.2006