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Cash | Ultimate Gospel
Cash | Ultimate Gospel, Columbia/Legacy, 2007
Johnny Cash Vocals, Acoustic Guitar
Bob Wootton, Carl Perkins Electric Guitar
Luther Perkins Electric Guitar, Harmony Vocals
Johnny Western Guitar
Marshall Grant Bass, Harmony Vocals
W.S. "Fluke" Holland, Buddy Harman, Morris Palmer Drums
Marvin Hughes, James Carter Wilson Piano
Ralph Hansell Vibes
The Carter Family, The Statler Brothers Backing Vocals
June Carter Cash Duett Vocals
Maybelle Carter Autoharp
u.v.m.
Produziert von: Gregg Geller (Compilation) Länge: 67 Min 28 Sek Medium: CD
1. Here Was A Man13. He Turned The Water Into Wine
2. The Preacher Said "Jesus Said"14. Were You There (When They Crucified My Lord)
3. I Was There When It Happened15. Troublesome Waters
4. Belshazzar16. (There'll Be) Peace In The Valley (For Me)
5. That's Enough17. When The Roll Is Called Up Yonder
6. It Was Jesus18. in The Sweet By And By
7. The Old Account19. My Ship Will Sail (Previously Unreleased)
8. Swing Low, Sweet Chariot20. Far Side Banks Of Jordan
9. The Great Speckle Bird21. Oh Come, Angel Band
10. He'll Understand And Say Well Done22. Amazing Grace
11. How Great Thou Art (Previously Unreleased)23. Daddy Sang Bass
12. It's No Secret (What God Can Do) (Previously Unreleased24. Children Go Where I Send Thee

Mit den Osterfeiertagen am Horizont, naht auch das Ende der Fastenzeit. Nicht dass ich die jetzt so ernst genommen hätte. Außerdem verkünden die Fernsehprogramme die x-te Wiederholung von, sagen wir, "Die zehn Gebote". Oder "Das Gewand".
Da wäre doch etwas religiös angehauchte Musik auch nicht schlecht. So für zuhause. Und schon brandet die postume Veröffentlichungswelle um die Country-Ikone Johnny Cash wieder auf. Sozusagen: 5 foot high and rising.
Wie schon oft betont, hatte der ja eine Vorliebe für Lieder über Pferde, Eisenbahnzüge, Land, etc. In dieser ausführlichen Auflistung kommen auch das Jüngste Gericht, Verdammnis, Erlösung und Glauben vor. Und Gott. Trotz aller schon existierender Zusammenstellungen erscheint es also nicht so abwegig, diese Songs auf einem Album zu vereinen. Schließlich stellte sich der junge Cash als Gospel-Sänger bei Sun Records Boss Sam Philips vor. Wie wir alle wissen, widmete sich der Sänger dann doch mehr dem Rock'n'Roll und der Country-Musik. Gott sei Dank.
Auf "Cash | Ultimate Gospel" finden sich nun seine Gospel-Songs oder zumindest die meisten von ihnen. Ich nehme an, nur einer der es ehrlich meint, kann so eine gesprochene Einleitung, wie Here Was A Man abliefern. Könnte ebenso eine Predigt, wie der Prolog zu einem Film sein. 1970 wurde das aufgenommen und schon jetzt beeindruckt die Stimme des "Man in black". Was hätte der für einen Priester abgegeben!

Bei den 23 folgenden Songs wird dann aber doch glücklicherweise - fast ausnahmslos - gesungen und meistens geht es doch im bekannten Cash-Country-Stil zu. Nach der 71er Aufnahme von The Preacher Said "Jesus Said" geht es zurück in die 50er und bei I Was There When It Happened fühlt man sich an ähnliche Aufnahmen von Elvis Presley erinnert, von dem es im übrigen auch ein "ultimatives Gospel" Album gibt.
Zusammen mit den 'Tennessee Two' ist auch der typische Cash-Sound schon vorhanden, was auch die frühe Nummer Belshazzar zeigt. Erinnert mich etwas an Cut Across Shorty.Gleiches trifft allerdings auch auf It Was Jesus zu. War halt vieles ähnlich damals.
Viele der Songs stammen also aus jener Frühzeit in Cashs Karriere, als man wohl noch nicht so viele Unterschiede in der Musik machte und weniger Sparten vorhanden waren. Vieles hat Johnny selbst geschrieben, aber auch an Traditionals wie Swing Low, Sweet Chariot versuchte er sich kompetent. Trotz den immer wieder auftauchenden Chorstimmen gleiten Songs wie He'll Understand And Say Well Done nicht in Kitsch ab, wie es beim 'King of Rock'n'Roll' ja doch leider hin und wieder vorkam.
Ein paar unveröffentlichte Songs gibt's auch. Etwa die Piano-Ballade How Great Thou Art, aufgenommen 1981 in Nashville. Das Lied klimpert fast zwei Minuten nahezu belanglos dahin, bevor Cashs Sprechgesang einsetzt und es zumindest einigermaßen erträglich macht. Es war nicht die beste Zeit in Cashs Karriere. Das kann auch It Is No Secret (What God Can Do) nicht vergessen machen.
Ganz anders sah das 1968 aus, wie man He Turned Water Into Wine anhört. Vielleicht spielte da auch der Eindruck mit, den Johnny Cash und seine Frau June beim Besuch Israels und vieler religiöser Stätten in den 60ern gewonnen hatten. Fast wie ein Racheengel erscheint mir der Sänger, wenn er fragt Where You There (When They Crucifued My Lord)? Eine wundervolle Kollaboration mit der Carter Family.
Naturgemäß gehen einem bekannte Stücke wie (There'll Be) Peace In The Valley (For Me) am schnellsten ins Ohr. Hier erneute zusammen mit der Carter Family vorgetragen, natürlich mit Mother Maybelle Carter an der Autoharp.
Sehr schön kann man verfolgen, wie sich der Sound dann in den 70ern wieder veränderte. Aus jener Zeit stammt der unveröffentlichte Titel My Ship Will Sail. Der vertraute Stil klingt hier zwar leicht geglättet, jedoch machen die zusätzlichen Musiker den Sound nur voller, ohne ihn zu 'vermatschen'.
Highlights sind natürlich das Duett mit June Carter Cash Far Side Banks Of Jordan - zweifelt jemand, dass es sich, nach dem Tod der beiden genau so abgespielt hat? - und Daddy Sang Bass, zusammen mit den STATLER BROTHERS und der CARTER FAMILY. Letzteres konnte man ja in dieser Kombination auch auf der DVD "Man In Black" ebenso verfolgen wie das abschließende Children Go Where I Send Thee.

Ich war schon skeptisch ob dieser CD, aber zu 90% spricht sie einen doch sofort an und die restlichen 10% werden, nehme ich an, auch noch schmackhaft.
Frohe Ostern.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 31.03.2007