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Rigor Mortis Sets In
John Entwistle
Rigor Mortis Sets In, Castle Music, 2005 (MCA Records, 1973)
John Entwistle Vocals, Bass
Tony Ashton Piano
Howie Casey Saxophone
Alan Ross Guitar
Andy Sneddon Guitar
Graham Deakin Drums
Michael Ship Keyboards
Bryan Williams Trombone
Produziert von: John Alcock Länge: 43 Min 08 Sek Medium: CD
1. Gimme That Rock'n'Roll9. Lucille
2. Mr. Bass Man10. Big Black Cadillac
3. Do The DangleBonus Tracks:
4. Hound Dog11. BP Big Gallon Jingle (100 Miles Of Motorway)
5. Made In Japan12. BP Big Gallon Jingle (100 Miles Of Motorway / with voiceover)
6. My Wife13. Made In Japan (Early Take)
7. Roller Skate Kate14. Peg Leg Leggy (Early Take)
8. Peg Leg Peggy

Hatte der WHO-Bassist John Entwistle bereits ein Jahr zuvor, mit "Whistle Rymes" auf seine Soloarbeit aufmerksam gemacht, lieferte er schon 1973 den Nachfolger dafür: "Rigor Mortis Sets In".
Der Titel entsprang mit Sicherheit dem makaberen Humor Entwistles, auch wenn John damals beteuerte, dass die "Leichenstarre" nach seiner Ansicht in den Rock'n'Roll gefahren wäre.
Somit schickte er sich an, eigene Kreationen mit ein paar Klassikern der Rock-Geschichte zu vermengen und so den Rock'n'Roll wieder etwas frisches Blut zu verabreichen.

Die Unterstützung für dieses Projekt war weniger prominent, als für den Vorgänger, bei dem ja u.a. Peter Frampton mit von der Partie war. War aber auch nicht nötig, denn die hier versammelten wollten nur eines: Losrocken!
Gimme That Rock'n'Roll stürmt los wie die Feuerwehr, bzw. Jerry Lee Lewis zu seinen besten Zeiten. John plärrt sich die Seele aus dem Leib und Band knallt ein genretypisches Lick nach dem anderen in dieses brodelnde Gemisch. Richtig klasse!
Darauf folgt gleich der Party-Kracher Mr. Bassman. Mutet zunächst etwas albern an, wie der Song auch im Original bei Johnny Cymbal eben klingt, aber irgendwie macht's halt doch Laune.
Ohne schwarzen Humor geht's bei John nicht und so wird seine Land Of 1000 Dances Parodie Do The Dangle, die eigentlich mehr nach SHA-NA-NA klingt, mit einem entsprechenden Text versehen: "Here's a new dance with a brand new angle, it's the very last waltz and it's called the dangle, you tie a rope round your neck and you stand on a chair, then you kick it away and you're dancing on air". Da fällt mir nix mehr ein.

Die Version von Hound Dog hat nichts außergewöhnliches, aber mit ihrer Nähe zum Elvis-Original allemal genug Drive um bestehen zu können.
Damals waren es die Japaner, die durch ungeniertes Kopieren dem Westen nacheiferten, und so lieferte John mit Made In Japan seine Sicht dazu. Allerdings bis auf ein paar fernöstliche Töne in westlichen Rock verpackt.
Unzufrieden mit den WHO-Bearbeitungen seiner Songs, nahm John My Wife für dieses Album noch mal neu auf. Viel Unterschied ist allerdings nicht. Wohl geringfügig langsamer und mit mehr "low end", wie sich Produzent John Alcock ausdrückt.
Von Richie Valens' Donna ist Roller Skate Kate geklaut. Also eine Teenager-Ballade, allerdings mit der typischen Entwistle Note versehen, die diese Geschichte über den Tod von seinem Mädchen Kate entsprechend würzt.
Derart in Fahrt in gekommen, schiebt John gleich die Story über die holzbeinige Peg Leg Leggy hinterher, zu der auch noch "big-mouth Winny" und "four-eyed Fanny" sich gesellen. Achtet man nicht auf den Text, ist es einfach ein feiner Rock'n'Roll Song.
An Lucille gibt es nix auszusetzen - man mag's, oder nicht. Solche "Entspannungstitel" waren für die Band wohl nötig, denn, wie man hört, bei den Aufnahmen floss der Alkohol gar reichlich.
Beim letzten Song, Big Black Cadillac, verfällt man wieder mehr in den R&B-Stil des Debütalbums, was aber keineswegs stört, sondern ein passend flottes Ende der Original-Vinyl-Scheibe liefert.

Vier Bonus Tracks wurden hier noch angefügt: An die Zeiten von "The Who Sell Out" erinnern die beiden unveröffentlichten Jingles BP Big Gallon Jingle. Außerdem gibt's noch "Early Takes" von Made In Japan und Peg Leg Leggy.
Wie gehabt, braucht man wegen der zusätzlichen Titel dieses Album nicht zu kaufen, aber ansonsten macht "Rigor Mortis Sets In", bar jeglicher Balladen-Töne, eher das Gegenteil von dem was sein Name weis machen will.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 02.02.2006