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Riverside Records
Feel The Heat
Gwyn Ashton
Feel The Heat, Riverside Records, 2006 (1999), Eigenvertrieb (1994)
Gwyn Ashton Vocals, Guitars, Mandolin, Harmonica
Geoff Brown Bass
Rick Tredrea Drums, Percussion, Backing Vocals
Gäste:
Colin Mack Harmonica (Trouble's Knockin' At Your Door & Just A Little Bit)
Adam Quaife Hammond Organ (We'll Find A Way)
Produziert von: Adam Quaife & Gwyn Ashton Länge: 46 Min 03 Sek Medium: CD
1. Loaded 6 Shooter7. Someone Like You
2. Ain't Got Time For That Stuff8. Just a Little Bit
3. Trouble's Knockin' At Your Door9. Take Me Back Home
4. Wastin' My Time10. Wanted Man
5. Bad Luck Blues11. We'll Find A Way
6. Too Late

Landauf landab wird Gwyn Ashton als der Nachfolger oder gar die Reinkarnation von Rory Gallagher gehandelt. Auf Plakaten wird damit geworben, in jedem Review wird das erwähnt und bei seinen Konzerten sind die "Rory" Rufe auch noch nicht verstummt.
Dabei will der gute Gwyn gar nicht so sehr mit dem nun schon über zehn Jahre toten irischen Gitarristen verglichen werden.
Dummerweise fordert er das aber nun mal heraus. Wer einen solchen Haarschopf auf dem Schädel hat, sich mit Jeanswesten und womöglich noch karierten Hemden ausstaffiert und dem Blues auf einer abgeschabten Stratocaster frönt, dem kann's fast nicht anders gehen.
Dazu tritt er für gewöhnlich noch als Trio auf..., tja, da bleibt außer Hendrix und CREAM nicht mehr viel übrig, mit dem man assoziiert werden kann und, wie er im Interview vor ein paar Jahren zugab: "Es gibt schlimmere Personen, mit denen man verglichen werden könnte".

1994 brachte Gwyn Ashton sein Debütalbum "Feel The Heat" heraus und nachdem das Teil jetzt bei RIVERSIDE RECORDS wieder neu aufgelegt wurde, werfen wir doch noch mal einen Blick auf diese Scheibe.
Mit dem ordentlichen Power-Blues-Rock von Loaded 6 Shooter geht's gleich heftig los. Natürlich ist hier schon die musikalische Verwandtschaft zur erwähnten Legende deutlich, aber auch Ähnlichkeiten zu Blues-Rock Vorkämpfern wie FREE sind vorhanden. Der raue Einsatz des Bottlenecks sorgt für zusätzliche Freude und erinnert in seiner rustikalen Art öfter an George Thorogood.
Bei Boogie-Stücken wie Ain't Got Time For That Stuff wippt man natürlich sofort mit und tausend Gallagher-Songs gehen einem durch den Kopf.
Es ist schon jetzt klar: Als Rory-Fan braucht man diese Scheibe, selbst wenn Gwyn in seine Art nicht ganz so variantenreich ist.
Trotzdem kann er es problemlos auch mal locker swingen lassen und den Mark Feltham macht hier Colin Mack an der Mundharmonika. Da fühl ich mich stellenweise auch an die britische Pub-Rock Institution NINE BELOW ZERO erinnert.

Live tendiert er ja manchmal zu, für meinen Geschmack, etwas überzogen langen Soli, aber auf seinen Alben hält sich das in Grenzen und die Stücke kommen allesamt kurz und knackig.
Ja, auch die schmissige Akustiknummer fehlt hier nicht und sorgt in Form des Bad Luck Blues für Stimmung. Die anschließende Riff-Boogie-Nummer Too Late reißt einen augenblicklich vom Hocker und der Kopf wackelt fleißig dazu. Geil!
Die Slow-Blues Erholung folgt mit Someone Like You auf dem Fuß. Mit welchen Gerätschaften Gwyn diesen tollen, drahtigen, Sound hinkriegt, wird, zumindest überwiegend, im Booklet erläutert und es ist auch wirklich herzerfreuend, welche satten Töne hier erklingen.
Weiter mit dem Slide-Stampfer Just A Little Bit. Ja, so 'ne Nummer hätte sich Robert Plant öfter von seinem damaligen Gitarristen gewünscht. Man hört förmlich die Stiefel im Publikum mittrampeln.
Natürlich ist auch die Mandoline im Programm und was anderswo Going To My Hometown heißt, erklingt hier als Take Me Back Home.
Wanted Man stammt nicht von Johnny Cash, sondern hat offensichtliche Texas-Blues Wurzeln.
Das beschließende We'll Find A Way tanzt etwas aus der Reihe, mit seinem fast popigen, gefälligen Balladencharakter. Für sich genommen trotzdem eine feine Nummer, die mich etwas an Too Much Too Hide vom "Pilgrimage" Album von Ian Parker, Aynsley Lister und Erja Lyytinen erinnert.

Wer also auf geilen Power-Blues Rock steht sollte diese Scheibe ruhig besorgen und die Hitze die Gwyn Ashton mit seiner Musik verströmt fühlen.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 05.03.2006