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Riverside Records
Beg, Borrow & Steel
Gwyn Ashton
Beg, Borrow & Steel, Riverside Records, 2006 (1996, 2001)
Gwyn Ashton Vocals, Guitar, Harmonica
Ken Farmer Drums
Chris Farmer Double Bass
Mick O'Connor Hammond, Piano
Anthony Harkin Harmonica
Produziert von: Gwyn Ashton & Andy Parsons Länge: 39 Min 58 Sek Medium: CD
1. The Sun Don't Shine7. Uluru Sunset
2. Ain't Got Time For That Stuff8. Train Time Shuffle
3. I Can't Be Satisfied9. Can't Get My Way Around You
4. Leaving In The Morning10. Stop Holding Out
5. Double Crossin' Mama11. Sweet Love
6. Wastin' My Time

Zusammen mit "Feel The Heat" und "Fang It" brachte Riverside Records kürzlich auch das chronologisch zweite Album des australischen Gitarristen heraus.
Wie das Cover vermuten lässt, handelt es sich hier um akustische Ware und lediglich eine hier und da eingesetzte Hammondorgel bringt etwas Elektrizität ein. Was nicht heißen soll, hier ginge es nicht Spannungsgeladen zu!
Ganz im Gegenteil, denn Gwyn hat das richtige Gespür, um seine Musik auch "stripped" ansprechend zu präsentieren. Die passende Blues-Röhre hat er ja sowieso und so lässt The Sun Don't Shine gleich aufhorchen. Die Orgel empfinde ich als verzichtbar, aber der Rest macht absolut Laune und sorgt dafür, dass man die CD vor dem Ende nicht stoppen wird.

Klar werden da auch Blues-Klischees erfüllt, aber absolut gut gemacht, mit dem richtigen Sound und die Kompositionen sind einem allesamt nach zweimal Hören so im Ohr, dass man glaubt sie schon Jahre zu kennen und sie bald mitsingt. Erstaunlich.
Der einzige Fremd-Song ist Muddy Waters' I Can't Be Satisfied, das schön locker rollt, von Bass und Drums leicht angetrieben. Gefällt mir sehr gut.
Das "Steel" im Titel - vom Wortspiel mal abgesehen - kann sowohl für die häufig verwendete Dobro-Gitarre, als auch für den fast permanenten Einsatz des Slide-Röhrchens herhalten.
Das folgende Leaving In The Morning kommt quasi als Slow-Blues Variante des vorigen Songs, ohne einen zu sehr runterzuziehen. Auch im Fingerpicking ist Gwyn Ashton absolut firm, wie Double Crossin' Mama zeigt. Nix überzogenes, aber einfach klasse gespielt und so richtig was zum mitschnippen und wissend vor seinem Whiskyglas mit dem Kopf zu nicken.
Bei Wastin' My Time wird richtig schwer gegroovt, wieder durch die Hammond unterstützt. Erinnert etwas an Bruce Springsteens Version von O Mary Don't You Weep auf seinem aktuellen "The Seeger Sessions" Album.

Der Name Gallagher muss wohl im Zusammenhang mit Gwyn Ashton immer mal fallen. Hier verweist wohl am ehesten Uluru Sunset auf den Iren. Rein instrumental gesehen denkt man bei dieser offen gestimmten Akustikgitarre und der Kombination aus geschlagenen und gezupften Saiten etwas an die Western Plains.
Robert Johnson schimmert beim Train Time Shuffle deutlich durch, allerdings singt Gwyn doch einiges kräftiger. Wenn er, wie hier, ganz allein spielt und sich bestenfalls von einer Harmonica begleiten lässt, kommt es am ursprünglichsten und auch am besten. Yeah, let's boogie!
Dann geht's auch wieder in die andere Richtung und mit ganzer Band und Piano wird cool geswingt und leichte Jazzanteile untergebracht.
Stop Holding Out schlägt soundmäßig in eine ähnliche Kerbe, geht aber zügiger voran und ist eher eine Mischung zwischen Don't Start Me Talking und I'm Ready.
Zwischendurch gibt's auch mal ein paar Countrysprenkel und Folkanteile aber federführend bleibt natürlich der Blues und der kann sich freuen, so einen Vertreter in seinen Reihen zu haben, denn der wird uns noch so manch gutes Album bescheren - ob akustisch oder elektrisch. So einer wird mit den Jahren noch besser.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 29.07.2006