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Ruf Records
Time Bomb
Time Bomb, Ruf Records, 2007
Sue Foley Vocals, Guitar
Deborah Coleman Vocals, Guitar
Roxanne Potvin Vocals, Guitar
Billy Thommes Drums
Jim Anton Bass
Mark Lickteig B3 Organ, Background Vocals
Bruce McCabe Piano & Wurlitzer
Produziert von: Kevin Bowe Länge: 40 Min 45 Sek Medium: CD
1. Time Bomb7. Motor City
2. Hittin' On Nothin'8. Get Up
3. So Far9. Two Moons Gone
4. Talkin' Loud And Sayin' Nothin'10. Don't Start The Car
5. Strong Enough To Hold You11. In The Basement
6. Show Me

Dieser Tage rollt sie wieder durch unser Land, die Blues Karawane von Ruf Records. Wie bin den Jahren zuvor dürfte sie Aufmerksamkeit und gespannte Erwartung bei Liebhabern von Live-Musik und Blues, im erweitertem Sinne, sein.
Nachdem es sich dieses Mal wieder um eine "Ladies Night" handelt, bietet sich der Untertitel "Blues Guitar Women" an, der ja schon Titel des tollen Samplers war, den Sue Foley vor zwei Jahren für Ruf Records zusammengestellt hat.
Jene Sue Foley dürfte auch hier die treibende Kraft sein, aber mit der Kanadierin Roxanne Potvin, die erst kürzlich mit ihrem Ruf Records Debüt (ihr zweites Album überhaupt erst) aufhorchen lies und der farbigen Deborah Coleman (schon auf dem Album "Blues Guitar Women" vertreten) hat man ihr zwei äußerst starke Frauen zur Seite gestellt.

Wie schon vor der Blues Caravan Tour von Aynsley Lister, Ian Parker und Erja Lyytinen bat man auch vor dieser Tour die Interpreten zusammen ins Studio und lies sie ein gemeinsames Album aufnehmen. Diesmal unter dem Titel "Time Bomb".
Wenngleich die Mädels ihre Blueswurzeln haben und das Wort permanent präsent ist, so stecken sie ihr Feld doch weitläufiger ab und jede Menge Rock ist da deutlichst dabei. Das wird schon beim einstimmenden Instrumental Time Bomb klar. Nix mit langsamen Blues-Groove, sondern fast augenblicklich geben sich die Drei die Sporen und rasen durch diesen Soli-gespickten Up-Tempo-Blues-Rocker. Na das kann heiter werden und angesichts des bevorstehenden Konzertes leiste ich mir schon ein paar Test-Schweißperlchen.
Dem Kücken dieses Hühnerstalls läst man den Vortritt und so darf Roxanne Potvin mit Hittin' On Nothin' zuerst die Vocals übernehmen. Und wieder überzeugt die junge Kanadierin mit einem ausgereift vollen Gesang und ich nehme mal an, die angedreckte Lead-Gitarre stammt auch von ihr. Bluesig, leicht funky und mit Drive. Welcher sich bei Sue Foleys So Far noch um einiges erhöht. Hier hat man eine große Portion Country-Rock mit untergebracht, was der immer leicht lasziven Stimme Sues gut steht. Das Solo ist ganz deutlich sie auf ihrer Paisley-Telecaster. Geil.
Mit Talkin' Loud And Sayin' Nothin' wollte man wohl dem verstorbenen James brown noch mal die Ehre erweisen. Aus dessen Feder stammt die Sexmachine-ähnliche Nummer auch und die könnte hier wohl keine besser bringen als Deborah Coleman. Funkt und groovt perfekt.
Würde Roxanne Potvin nach dem Intro zu Strong Enough To Hold You mit den Worten "What would you do, if I sang out of tune..." beginnen, würde man nur wissend nicken. Tatsächlich handelt sich natürlich nicht um With A Little Help From My Friends (Joe Cocker-Version), sondern um einen mitreißenden Blues-Rocker von, zugegeben, großer Ähnlichkeit. Die beeindruckende Dynamik und wiederum diese hervorragende Stimme reißen den Hörer schnell mit und ich bin schon richtig heiß darauf diesen Titel live zu hören. Hier ist er mir fast zu kurz.

Sue Foley führt die Damen zurück zu den Ursprüngen des weiblichen Blues. Im Stile ihrer großen Vorbilder Memphis Minnie und Ma Rainey geht es hier mehr akustisch im Vaudeville Blues Stil zu. Dazu klimpert munter das Piano in Show Me und mit der begleitend auftrumpfenden E-Gitarre wird auch der Schritt in die Moderne vollzogen. Da swingt man gerne mit.
Bei Motor City ist wieder Mrs. Coleman mit ihrer dunklen Stimme an der Reihe und bei so einem Titel erwartet man fast nix anderes als einen packenden R&B. Die Orgel brodelt im Hintergrund und man kommt so richtig gut in Fahrt. Vor allem, wenn die Dame zur E-Gitarre greift. Offensichtlich mag sie es auch eher etwas gröber. Gut so.
Groovig und funky kommt uns dann Roxanne Potvin mit Get Up und sorgt für weitere schwingende Hüften. Da wird im Konzert kein Fuß still stehen. Zuhause auch nicht, so wie sich dieser Titel immer mehr steigert und aufschwingt. Da hat man keine andere Chance als: "Get Up!"
Sue Foley gibt gleich danach in ihrem unverkennbaren Stil bei Two Moons Gone ebenfalls gut Gas. Erinnert mich etwas an Doggie Treats von ihrem Album "Change", und erneut macht einen diese Stimme unwiderstehlich an. Vom Rhythmus mal ganz abgesehen.
Die deutliche Warnung "Don't Start The Car if you ain't gonna drive" sondert dann Deborah Coleman ab, und da rockt es doch wieder ganz prächtig im mittleren Tempo. Die STONES klingen da ebenso durch wie John Mellencamp und ähnliche Konsorten. Ich sag's euch, meine Spannung steigt.
Vorläufig muss ich mich mit der gemeinsamen Soul-Blues Nummer In The Basement begnügen, bei der sich die drei offensichtlich ein richtig feine call-and-response Party-Schlacht geliefert haben.

Die jeweiligen Solo-Scheiben kann man sich mit dieser "Zeitbombe" nicht ersparen, aber vor oder nach den Konzerten für Spaß in der Bude sorgen geht problemlos. Ich schließe mich da gern den Worten des Produzenten Kevin Bowe (u.a. Tommy Castro, Paul Westerberg) an: "3 very cool chicks with guitars".

Epi Schmidt, (Artikelliste), 31.01.2007