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The Flame
Dover
The Flame, EMI, 2003
Christina Llanos Voz Y Guitarra
Amparo Llanos Guitarra
Alvaro Diez Bajo
Jesús Antúnez Bateria
Produziert von: Rick Will & Dover Länge: 30 Min 07 Sek Medium: CD
1. The Flame7. Honest
2. 27 Years8. Someone Else's Bed
3. Leave Me Alone9. Die For Rock & Roll
4. My Fault10. On My Knees
5. Mi Sombrero11. One Black Day
6. After Hours12. All My Money

Ola, was geht denn hier ab? Jedesmal wenn man auf die Spanier nicht aufpasst, schmeißen sie einem doch was an den Kopf. Sinkende Öltanker, Kriegs-Euphorie, Ketchup-Flaschen...
Und unversehens präsentiert uns die Band um die Schwestern Christina und Amparo eine Punk/Rock'n'Roll Scheibe die sich gewaschen hat.
"The Flame" ist zwar schon 2003 erschienen, aber so richtig beschäftigen wird uns die CD wohl erst in diesem Jahr. Wenn uns letztes Jahr die DONNAS anboten "Spend The Night", dann legen uns dieses Jahr DOVER nahe: Die For Rock & Roll.

Am Anfang von The Flame schnurrt Sängerin Christina zwar noch mit zartem Schmelz, aber nach ein paar Sekunden verwandelt sie sich in eine stimmliche Kratzbürste und die Band lärmt dazu, leicht Ska-Angelehnt in einem 60ies-Sound der klingt wie die BANGLES auf Speed.
An letztere muss ich öfter denken, z.B. auch in 27 Years, obwohl es hier viel mehr scheppert und kracht und die Gitarren weit mehr verzerrt sind. Irgendwie hat man permanent Angst, dass die Stimme nicht bis zum Ende des Songs durchhalten könnte - aber es klappt (zumindest im Studio) jedes Mal.
Überwiegend gefallen mir auch die geschmackvollen Gitarrensounds, die öfter recht ähnlich klingen wie bei der australischen Band JET. Also, schon heftig und verzerrt, aber gleichzeitig mit einem gewissen "Retro"-Klang.

Die Scheibe ist gerade mal 'ne halbe Stunde lang, da bleibt bei 12 Songs nicht viel Zeit für lange Gitarrensoli und doch finden sich in Leave Me Alone (das ist im Falle von Dover so 'ne Art "Ballade") derer sogar zwei!
Richtig roh wird's in My Fault, in dem es richtig auf die Glocke gibt. Da werden auch keine METALLICA-Anhänger davon spurten. Wäre das Solo (ja, schon wieder!) nicht, würde es als lupenreiner Heavy-Punk durchgehen.
Etwas verschnaufen kann man während Mi Sombrero, in dem wieder ein paar BANGLES-Verweise angebracht sind. Manchmal denke ich auch an TRANSVISION VAMP (war irgendwann in den 80ern). Jedenfalls geht's hier etwas "ruhiger" zu, bevor man dann mit After Hours wieder in Herzattacken-Gefahr gebracht wird - sofern man nicht unter 20 ist.

Man ist das ein auf und ab: Mit dem moderateren Honest wollen sich die Mädels wohl wieder einschmeicheln und zeigen, dass sie durchaus eine Hit-Single auf diesem Album haben (auch wenn The Flame die erste Single ist).
Darauf folgt sogar noch was ruhigeres: Nur zur Akustischen singt Christina über Someone Else's Bed. Nicht die tollste Ballade, aber für ein paar Feuerzeuge im Publikum (macht man das heute noch?) dürfte es locker reichen.
Trotz dem Titel ist Die For Rock & Roll viel mehr an Punk angelehnt, was aber nicht bedeutet, dass hier nur drauf los geprügelt wird - hier wird drauf los gehämmert! Schnallt euch an!
Gleich hinterher fegt der Power-Pop von On My Knees und langsam kommt eine gewisse Nervosität in mir auf... Da sitzt man ungern ruhig wenn es so abgeht.

Das wird sicher nicht einfach, diese Breaks nach einem Helikopter-Rhythmus wie in One Black Day auch live hinzukriegen. Wenn sie das halbwegs schaffen - Hut ab! (ich ertappe mich schon dabei nach den Tourdaten zu schauen...)
Der schmissige Midtempo-Rock All My Money dürfte mit dem entsprechenden Airplay für zusätzliche Käufer dieser Scheibe sorgen. Und dann ist die halbe Stunde auch schon rum und ich fühl mich leicht erschöpft aber: Ich denk einen Durchgang geb ich mir noch - dann wird's halt dieses Jahr nix mit Winterschlaf.

Das Debut-Album "Sister" erschien ja bereits 1995 und trotzdem haben sich DOVER eine ungeheure Frische bewahrt und gehen hier mit einer Intensität zu Werke, die man sonst nur bei unbeschwerten Neulingen kennt.
Das geht noch ein ganzes Stück mehr ab, als bei den DONNAS.
Jetzt könnte man natürlich sexistisch sein und behaupten, das läge an den beiden männlichen Bandmitgliedern, aber das machen wir natürlich nicht... sondern schreiben es einfach mal der Sonne Spaniens und den grade mal 2 Monaten Aufnahmezeit gut. Hasta La Vista!

Epi Schmidt, (Artikelliste), 15.01.2004