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Application For An Afterlife
Disengage
Application For An Afterlife, Swell Creek Records/Daredevil Records, 2005
Jason ByersVocals
Jacob CoxGuitar
Sean BiloveckyBass
Jonathan MorganDrums
Produziert von: Bill Korecky & Disengage Länge: 47 Min 23 Sek Medium: CD
1. Pharmacyland8. Love Letter Rough Draft
2. University Of Texas Militia9. Death Threat
3. Give Thanks10. Los Angeles
4. Fever Dreams11. Uncommon Mind
5. In Touch12. We Were The Ogre Of Brucewood
6. Bruise13. District 2 Electric Boogaloo
7. Cover The Globe14. Left Without A Voice

Das Vier-Mann-Kraftwerk aus Cleveland, Ohio ist seit 1995 auf Produktion und beherrscht meisterhaft den Spagat zwischen kontrolliertem, zielgerichtetem, stahlhartem Rock und politisch motiviertem, wütendem Hardcore. Sie liefern mit "Applilcation For An Afterlife" den punktgenauen Soundtrack für ein desillusioniertes, gewalttätiges Land, das man längst nicht mehr als das der unbegrenzten Möglichkeiten benennen kann, da es sich im permanenten Ausnahmezustand befindet. Nach außen im Kriegszustand, um die Weltmachtstellung (und einige Ressourcen) zu behaupten, sind im Innern die tiefen Gräben innerhalb der Gesellschaftsschichten und die sich stetig erweiternde Schere zwischen Arm und Reich unverkennbar.
Jason Byers macht sich hier zur Stimme der Verzweifelten, Unterdrückten, zu Kriegszwecken Mißbrauchten und klingt dabei so überzeugend und authentisch, dass man ihm seine Texte als tiefempfundene Emotionen abnimmt. Aber es geht hier im wesentlichen nicht um Politik oder Strassenlyrik sondern immer noch in allererster Linie um R-O-C-K. Und die Jungs spielen ein dermaßen steifes Brett, dass sicherlich niemand, der auf härtere Klänge steht unbeeindruckt bleibt.

Aus dem Wissen um klassische Hardrockroots und mit der Dynamik und Unverbrauchtheit des Punk schaffen sie den Brückenschlag zwischen BLACK SABBATH und BLACK FLAG und klingen doch zu jeder Zeit eigenständig, schnörkellos und gandenlos konsequent. DISENGAGE stellt sich mit "Application for An Afterlife" als eine verschworene Gemeinschaft auf der Höhe ihres Schaffens dar.

Höhepunkte auf einem Album ohne echten Durchhänger sind das speedige Corestückchen Pharmacyland, das mit seinem Monsterriff an Bands wie CLUTCH erinnernde Give Thanks, ebenso Fever Dreams, das man als aufgeklärten Stonercore bezeichnen könnte, das unwiderstehlich drängelndeBruise, das dunkle, fordernde Cover The Globe, das intensiv-dichte Love Letter Rough Draft, den stoischen Rocker Los Angeles sowie das träge groovende Finalstück Left Without A Voice.
DISENGAGE sind gefährlich gut.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 05.01.2005