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CD Baby
Let The Beatings Begin
Disciples Of Loud
Let The Beatings Begin, Nashvegas Flash Music, 2003
Warner E. Hodges Guitars, Lead Vocals
Todd Austin Guitars, Vocals
Kenny Ames Bass
Matt Green Drums
Produziert von: Warner E. Hodges Länge: 48 Min 01 Sek Medium: CD
1. Uh-Huh7. Shock To The System
2. Wind Me Up8. Go Away
3. I'm Your Man9. Seduction
4. Tick Tock10. Take Me Back
5. You Must Give Me Something11. When Mercy Calls

Hat man sich schon Gedanken gemacht, was den dieser Höllen-Gitarrist von JASON AND THE SCORCHERS die letzten Jahre so getrieben hat, während sein Lead-Sänger eine Solo-Scheibe nach der anderen rausbringt. Oder nicht?
Na, ich jedenfalls schon und in den unendlichen Weiten des Webs hat ihn mein Privatdetektiv gefunden: Warner E. Hodges hat jetzt seine eigene Band: THE DISCIPLES OF LOUD.
Naja, wer Warner schon mal live erlebt hat, weiß, dass der Name nicht von ungefähr kommt. Selten hab ich einen Gitarristen gehört, der ein solches "Brett" fährt und trotzdem noch 100% akzentuiert klingt. Dazu raucht er eine Zigarette nach der anderen, springt in seinen Turn-Stiefeln permanent kreuz und quer über die Bühne und wirbelt sich seine Gitarre, sogar während seiner Soli (!), um den Oberkörper (er spielt natürlich mit Sender) um gleich darauf wieder zielsicher weiter zu spielen.

Aufgenommen im selben Studio wie das 95er Scorchers-Werk "A Blazing Grace" (auf dem eine Mörder-Version von Country Roads zu finden ist), ist sowohl Bandname als auch Albumtitel absolut treffend. Und so knallt es mit Uh-Huh schon gleich entsprechend los.
Purster Riff-Rock'n'Roll irgendwo zwischen AC/DC, John Mellencamp und, was mir besonders in den Sinn kommt: den FOUR HORSEMAN. Die Gitarren schneiden dermaßen aus den Speakern, dass man eine leichte Vorstellung davon kriegt, welche Power da im Studio geherrscht haben muss. Spätestens beim Solo ist Headbanging-Time!
Mit noch mehr Drive fegt Wind Me Up hinterher, wieder voller heavy-chords mit leichten Punk-Einflüssen. Hier ist eine geile Truppe am Werk: Bassist Kenny Ames war ja schon bei den SCORCHERS mit an Bord, während Todd Austin und Matt Green zusammen in einer Band waren. Über letzteren sagt Warner übrigens: "He's the drummer I've been looking for my whole life". Jemand, der über Jahre mit Perry Baggs gespielt hat, dürfte eigentlich nur noch schwer zu beeindrucken sein, aber offenbar...

Mit dem Intro zu I'm Your Man rede ich sogar Angus Young ein, dass hier AC/DC spielt! (Hey, das sind wir! Der Redaktions-Angus!). Pure Freude wie sich diese beiden Gitarristen mit ihren Riffs ergänzen und das mit genau dem richtigen Crunchy-Sound. Nochmal Warner, über den "besten Rock'n'Roll": "It ain't pretty, and it's rough around the edges". Und genau so klingt diese Scheibe!
Für Tick Tock gibt's ein kurzes Akustik-/Slide-Intro aber gleich kommen wieder die elektrischen Äxte zum Einsatz und treiben die Uhr sowohl leicht funkig als auch geradeaus-rockend zum erhöhten Tempo.

Der Besuch der DISCIPLES-Homepage lohnt sich übrigens. Beide Gitarristen geben ausführlich und bereitwillig Auskunft über ihr komplettes Equipment und auch der Rest der Seite ist unterhaltend.

Bei You Must Give Me Something wird der Fuß etwas vom Gas genommen (keine Bremse!) um leicht balladesk zu werden. Heraus kommt ein feine Mischung aus der ersten BROTHER CANE-Scheibe und etwas Southern Rock a la JUPITER COYOTE. Allein die Stelle in der die E-Gitarre mit einem offenen Akkord reinknallt ist wie eine Offenbarung.
Shock To the System rockt dann wieder in bewährter Manier, will sagen, auch klingen mir die FOUR HORSEMAN deftig mit rein.
Jetzt fällt's mir wieder net ein... woher ist dieser Refrain: "Ev'rything's so free and easy..."?
Na egal, etwas Punk noch dazu und wir sind mitten im dem gehetzten Go Away. Da dürften sich auch Anhänger von OFFSPRING, oder wie halt die Punk Bands heutzutage heißen, für begeistern dürfen - powert gewaltig!
Auch Seduction (am Gesang Todd Austin) verquickt ein paar Punkanleihen mit einem deutlichen Rock-Übergewicht, dazu ein einprägsamer Chorus und, wie gehabt, die tolle Gitarrenarbeit von Warner und Todd. Oh Mann, der Song wird einen live wegblasen!
Zu Take Me Back kommt noch etwas "Garage" in den Power-Rock der DISCIPLES OF LOUD, ohne das es weniger straight zur Sache gehen würde. Man könnte also sagen, in der zweiten Halbzeit haben sie die Spielart ein klein wenig zu Gunsten modernerer Einflüsse und Tempo geändert. So gesehen entspricht mir die erste Hälfte mehr, jedoch wurden sie ja dadurch nicht schlechter oder weniger heftig und außerdem folgt mit When Mercy Calls zum Schluss noch ein Heavy-Blues der einen Song wie The Jack gerade mal so im Vorbeigehen abwatscht. (Na! Ich schick Dir meinen Bruder auf den Hals! A.).
Tara Austin steuert die bluesigen Background Vocals bei und die beiden Gitarristen zelebrieren ein Musterbeispiel an, mal sparsam gezupften - mal richtig derben, Blues-Rock-Riffs die sich zusammen mit der Band in eine wahre Orgie steigern.

Zum Schluss noch mal Warner E. Hodges. Gefragt nach den Gründen für diesen "Neustart": "Because I'm Not Done".
Ich nach diesen 48 Minuten schon etwas, aber gebt mir 2 Minuten und wir fangen von vorne an!
(He's got big balls...)

Epi Schmidt, (Artikelliste), 06.01.2004