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Withering To Death
Dir En Grey
Withering To Death, Gan-Shin Records, 2005
Kyo Vocals
Karou Guitar
Die Guitar
Toshiya Bass
Shinya Drums
Produziert von: Dir En Grey Länge: 51 Min 20 Sek Medium: CD
1. Merciless Cult8. Machiavellism
2. C9. Dead Tree
3. Saku10. The Final
4. Kodoku Ni Shisu, Yueni Kodoku11. Beautiful Dirt
5. Itoshisa Ha Fuhai Nitsuki12. Spilled Milk
6. Jesus Christ R'n'R13. Higeki Ha Mabuta Wo Oroshita Yasashiki Utsu
7. Garbage14. Kodou

1997 gegründet, sind DIR EN GREY längst eine der erfolgreichsten Bands des Visual Rock. In ihrer Heimat haben sie regelrechten Superstarstatus, bereits 1998 spielten sie in der legendären Budokan Halle (die 8.000 Zuschauer fasst) vor ausverkauftem Haus. Nicht gerade schlecht für eine aus dem Independent-Bereich kommende Band. In der Folgezeit eroberten sie auch den asiatischen Raum außerhalb Japans, was im immer noch ziemlich wertkonservativen China beim Konzert in Shanghai zu einigen Tumulten und Randalen führte. Nachdem kulturelle Erzeugnisse aus Nippon in den Bereichen Film (Takeshi Kitano oder für die Extremos Takeshi Miike), Comicliteratur (Mangas und Anime) und organisierter Wahnsinn (Pokemon) schon längst in Europa Einzug gehalten haben, ist es nur konsequent, dass auch DIR DN GREY als eine der prominentesten Vertreter des Visual Rock den Schritt nach Europa wagen.

Möglich wird das dank dem Label Gan-Shin, das quasi unter der Schirmherrschaft von Brainzone Music, die wichtigsten Visual Kei-Veröffentlichungen auch hier auf den Markt bringt. Die Konzerte der Jungs muss man ohnehin nicht mehr bewerben: die Berliner Columbiahalle (die immerhin 3.800 Leuten Platz bietet) war ohne jegliche Promotion nur durch Internetaustausch in diversen Chats binnen 72 Stunden restlos ausverkauft und auch aus Frankreich und Belgien war ähnliches zu vernehmen.
Nun also "Withering To Death". Das Album bietet eine ziemlich breit gefächerte Mischung aus kraftvollem Rock, teilweise Metal (Merciless Cult, C) mit Bezügen zum Nu Metal der Marke SLIPKNOT, düster Sequenzen für die Schwarzkittel-Fraktion, aber auch sehr popige Nummern (Itoshisa Ha Fuhai Nitsuki).

Die teils in englisch, teils japanisch gehaltenen Texte (löblich ist nicht nur der Abdruck der englischen, sondern auch einer deutschen Übersetzung) spiegeln, ganz in der Tradition japanischer Tonkunst, Wut, Trauer, Schmerz, Verzweiflung, aber auch Rebellion und Hingabe wieder und dienen als Sprachrohr der modernen japanischen Jugend.
Der ganze Ansatz ist sehr düster, die optische Komponente spielt, wie der Name schon andeutet, beim Visual Kei oder auch Visual Rock eine große Rolle, wobei die Mitglieder von DIR EN GREY locker in jedem MARILYN-MANSON-Video mitmachen könnten. Wobei man sich nicht täuschen lassen sollte: Das sind keine Blender, die Jungs beherrschen ihre Instrumente und auch Frontmann Kyo glänzt durch Variabilität, wenngleich er manchmal ein wenig ins Schreien gerät.

Westliche Rockfans, die ein Faible für härtere Klänge und Gothic Rock haben sollten DIR EN GREY unbedingt eine Chance geben, da die japanischen Wurzeln rockig umgesetzt wurden, ohne sie aufzugeben oder gar zu verraten, was diese Musik deutlich spannender macht als die Ergüsse von HIM oder NIGHTWISH.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 17.01.2006