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Spitfire Records
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Edel Music
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CMM
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Killing The Dragon
Dio
Killing The Dragon, Spitfire/Eagle/Edel Records, 2002
Ronnie James Dio Vocals
Jimmy Bain Bass
Doug Aldrich Guitars
Simon Wright Drums
Scott Warren Keyboards
Produziert von: Ronnie James Dio Länge: 44 Min 42 Sek Medium: CD
1. Killing The Dragon6. Push
2. Along Comes A Spider7. Guilty
3. Scream8. Throw Away Children
4. Better In The Dark9. Before The Fall
5. Rock'n'Roll10. Cold Feet

Mit "Killing The Dragon" legt DIO nach dem guten, aber ansonsten eher durchschnittlichen 2000er Vorgänger "Magica", nun einen unerwarteten Knaller nach, der sich in die Reihe seiner 80er Meilensteine wie "Holy Diver" oder "The Last In Line" einreihen dürfte.
Gleich die beiden Opener Killing The Dragon und Along Comes The Spider überraschen mit hardriffing, uptempo Losgehrock wie lange nicht mehr und rücken Neuzugang Doug Aldrich gleich ins rechte Licht und unterstreichen nachhaltig, dass der ex HOUSE OF LORDS Gitarrist sich problemlos mit seinen namhaften Vorgängern wie Vivian Campbell oder Craig Goldy messen kann.

Stimmgewaltig wie eh und je vermag Mastermind Ronnie James Dio auch den einfach gestrickten Rockern, wie z.B. Scream eine abwechslungsreiche Note zu geben, bevor es mit Better In The Dark erst richtig in die Vollen geht, derart heftig ging es bei DIO selten zu und erinnert ein wenig an legendäre RAINBOW Klassiker.
Rock'n'Roll ist eine typische Heavy-Ballade a la seinen berühmten SABBATH Werken mit einem Hauch von ZEPPELIN. DIO setzt sich in diesem Song mit den unsäglichen Wirkungen des 11. Septembers auf die Medienlandschaft auseinander, die gleich ganze Genres in Sippenhaft nahmen und z.B. Songs von BLACK SABBATH oder Holy Diver aus den Radioprogrammen verbannte.
"Unser Rock'n'Roll wurde verbannt, weil einige Terroristen aus einem kleinen Land einen solch fürchterlichen Anschlag auf uns verübt haben", schimpft er. "Wie kann man für etwas bestraft werden, mit dem man nichts zu tun hat? Das ist Amerika. Wann immer etwas passiert, stellen wir unsere Kämpfer zur Verfügung - Feuerwehrmänner, Polizisten, Soldaten, die für unsere Freiheit in fremden Ländern ihr Leben riskieren. Es ist so, als wenn man ihnen sagen würde: Ihr müsst los und kämpfen, aber wir haben vergessen euch mitzuteilen, dass wir euch dafür den Rock'n'Roll wegnehmen. Mir war es wichtig zu fragen: Was fällt euch ein, unsere Musik zu verbannen?" (Quelle: CMM)

Mit den beiden Tracks Push und Guilty scheint DIO sich den Frust über derart bornierten, blinden Aktionismus von der Seele rocken zu wollen, bevor er mit der Ballade Throw Away The Children wieder ein persönliches Anliegen vorbringt.
"Das Stück porträtiert die Wahrheit, und die Wahrheit ist, dass Kinder sich da draußen von Zuhältern gängeln lassen müssen, drogenabhängig werden und an AIDS sterben," erklärt Dio. "Es ist ein sehr emotionaler Song, den ich unbedingt mit aufs Album nehmen wollte."
Das Stück beinhaltet einen Auftritt des Kinderchors der King's Harbor Church. "Als sie zu singen begannen, lief es mir eiskalt den Rücken hinunter und unser Schlagzeuger Simon Wright hatte Tränen in den Augen", erinnert sich Dio. (Quelle: CMM)
Den Song hatte DIO ursprünglich für die Wohltätigkeitsorganisation "The Children of the Night", mit der er eng zusammenarbeitet, geschrieben und sollte eigentlich ähnlich wie Stars oder We are the world mit einer Vielzahl von Interpreten eingespielt werden und bedürftigen Kindern zu Gute kommen. Aus dem Projekt wurde bisher leider nichts, so dass die Botschaft nun zumindest hier zu hören ist.

Before the Fall verspricht wieder Nackenschmerzen für alle passionierten Headbanger und beim Schreiben dieser Zeilen rieseln auch mir die Schuppen auf die Tastatur, bevor DIO es mit Cold Feet noch einmal mit einem typischen Heavystomper ausklingen lässt.

Bereits in Kürze werden DIO und seine Mitmusiker auf eine umfangreiche US-Tournee mit der Traumbesetzung DEEP PURPLE und den SCORPIONS gehen, bevor zumindest das Doppel mit PURPLE auch nach Deutschland kommt.
Durch "Killing The Dragon" bekommt man so richtig Lust, sich die alten Haudegen mal wieder zu Gemüte zu führen, wobei sowohl PURPLE als auch die SCORPS echte Probleme haben dürften, dem wieder erstarkten großen kleinen Mann des Heavy Metal Paroli zu bieten, so er denn die Trümpfe seines neuen Albums ausspielt, und nicht all zu sehr auf den alten Kamellen rumreitet.
Man sieht sich.

Ralf Frank, (Artikelliste), 23.05.2002