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Sanctuary Records
Scare Yourself
D-A-D
Scare Yourself, Sanctuary Records, 2006
Jesper Binzer Vocals, Guitar
Jacob Binzer Guitars, Keyboards, Backing Vocals
Stig Pedersen Bass, Backing Vocals
Laust Sonne Drums, Percussion, Backing Vocals
Produziert von: D-A-D Länge: 41 Min 53 Sek Medium: CD
1. Lawrence Of Suburbia 7. Unexplained
2. A Good Day (To Give It Up)8. Liddle Addict
3. Scare Yourself9. Dirty Fairytale
4. No Hero10. Allright
5. Ney Now11. Last Chance To Change
6. Camping In ScandinaviaBonus Track:
You Filled My Head

Kein Grund Euch selbst zu ängstigen und A Good Day (To Give It It Up) ist es für D-A-D genauso sicher nicht, wie sie die Last Chance To Change längst verpasst haben. "Scare Yourself" braucht möglicherweise ein paar Durchläufe mehr, als die letzte Scheibe "Soft Dogs", die ja mit Ohrwürmern nur gespickt war. Ich darf mal kurz an den Titelsong sowie an What's The Matter? (The Blues Got You!) und The Truth About You erinnern.
Ruhiger ließen sie es angehen vor 4 Jahren und jetzt wird heftiger hingelangt. Noch leicht schleppend beginnt Lawrence Of Suburbia, aber die Gitarre von Jacob Binzer klingt schon wie die Glocken, die den Sturm ankündigen. Ein idealer Konzert-Opener, möchte ich meinen. An Dynamik war diese Band eh noch nie zu überbieten und es bleibt auch dabei. Das liegt zu großen Teilen an der geschmackvollen Gitarrenarbeit von Jacob Binzer, der zwischen einfühlsamen, eingängigen Pickings und Heavy-Power-Chords fließend wechselt und dem ebenso wandlungsfähigen Gesangsorgan seines Bruders Jesper, der immer noch von leisem Knurren, fast Stöhnen, schlagartig in einen "Schrei-Anfall" übergehen kann, als bräche ein Hurrikan los. Nach über 20 Jahren in dieser Band, scheint er von seiner Power kein bisschen verloren zu haben.
Deutlich brachialer kommt A Good Day (To Give It Up) und bringt auch gleich einen jener typischen D-A-D Mitsingrefrains mit sich, mit gehöriger Punk-Attitüde in genau dem Stil, den man aus den Anfangstagen der Band kennt und liebt.

Den Titelsong Scare Yourself erkläre ich schon jetzt zu einem D-A-D Klassiker, der sowohl Konzerte wie kommende Best Of's bestücken und aufwerten wird. Wie gehabt folgt dem sparsamen Intro, welches sofort ins Ohr geht, ein ruhigerer Part aus dem heraus, und nachdem noch mal so richtig ausgeholt wurde, einem eine Watschen gegen die Backe fliegt, dass der Kopf noch bis zum nächsten Refrain nachfedert, so brutal brüllt es einem entgegen. Dazu fügt sich noch ein effektvoll verzögerter Solo-Break. Genial!
Back to Surf-City..., ääh, na ja, jedenfalls zu den guten alten Punk-Zeiten mit schnurgeraden Glam-Rock von No Hero. Da stehen die Kollegen von HANOI ROCKS neben der Rennstrecke und feuern die Band ordentlich an.
Auch bei Camping In Scandinavia wird g'scheit aufs Gaspedal gestiegen und atemlos durch Skandinavien geprescht. Vielleicht ist das ja die beste Art da oben zu campen...
Natürlich klingen auch auf diesem Album die im Zusammenhang mit dieser Band oft zitierten AC/DC durch und für mich klingt auch hier und da THE CULT ganz schön durch. Na ja, die mussten auch oft ähnliche Vergleiche erdulden.

Beim Refrain der Abgehnummer Unexplaiined hat man sich schamlos bei einem früheren D-A-D Song bedient, aber damit (bei sich selbst zu klauen) belassen es ja die wenigsten.
Die Brücke zum vorherigen Album schlägt man mit Little Addict, das zwar schwungvoll kommt, aber deutlich "softer" klingt.
Dirty Fairytale hätte auch hervorragend auf ein frühes D-A-D Werk gepasst, so unbekümmert wird hier drauflos gerockt und eine weitere Chorus-Hymne kreiert. Und weiter geht's in dem Stile. Noch gehetzter und gnadenlos abgehend wird's bei Last Chance To Change, welches mich etwas an frühe MÖTLEY CRUE oder FASTER PUSSYCAT erinnert.
Für den "Bonustrack" You Filled My Head schaltet man dann deutlich zurück und greift überwiegend zu akustischen Instrumenten. Trotzdem scheint mir der Song gut zum Album "Simpatico" passen zu können. Schwirrt mir da nicht ein Nad Days durch den Schädel?

Diese Band kann ja fast nix falsch machen, bei den Zutaten. So sind zwar nicht gleich die offensichtlichen Kracher drauf, aber erstens entdeckt man bald welche und zweitens bekommt man unwahrscheinliche Lust, die Dänen wieder live zu sehen! Das soll ja noch dieses Jahr der Fall sein und darf von keinem anständigen Rockfan verpasst werden. Bis dahin kann man sich schon mal dieses Album und die bald erscheinende Live-DVD reinziehen, um bereit zu sein für die 'Bad Craziness' bei den 'best damn parties at the Rim Of Hell'.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 04.06.2006