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Blue Rose Records
Neverland
Cindy Bullens
Neverland, Blue Rose Records, 2003
Cindy Bullens Vocals, Electric & Acoustic Guitars, Piano
Ginger Cote Drums
Michael Rhodes Bass
George Marinelli Guitars
Steve Conn Piano, Hammond B3-Organ
Ray Kennedy Mandoline, Mandocello, Acoustic Guitars
Länge: 50 Min 54 Sek Medium: CD
1. Neverland7. Drivin' My Heart Around
2. Long Way Down (I Liked Falling)8. Baby I Want Your Love
3. Cry To You9. Gravity And Grace
4. Hammer & Nails10. Sensible Shoes
5. The Right Kind Of Goodbye11. One Single Moment
6. Send Me An Angel

Ja, so geht das: Wenn diese CD bei einem Major-Label, wie S..., oder E.., oder - na Ihr wisst schon - erschienen wäre und die Künstlerin Madonna oder Sheryl Crow, oder... was weiß denn ich, heißen würde, dann würde ein Riesen-Sticker darauf prangen: "featuring Jon Bon Jovi, Bruce Springsteen, Ryan (oder meinetwegen Bryan) Adams..."
So heißt die Künstlerin halt Cindy Bullens, das Album erscheint bei Blue Rose und von den vertretenen "Stars" wie Steve Earle, John Hiatt oder Emmylou Harris erfährt man erst bei genauer Betrachtung des Booklets.

Nichtsdestotrotz ist es ein prima Rock-Album geworden, das laut Cindy Bullens "die Rock and Roll Scheibe geworden ist, die ich schon immer machen wollte".
Davon konnte bei ihrem Album von 1999, "Between Heaven And Earth", natürlich nicht die Rede sein, entstand es doch unter dem Eindruck des Todes ihrer 11-jährigen Tochter 1996.
So sind natürlich nach dem rockigen Opener Neverland (mit Steve Earle) auch besinnlichere Songs wie Long Way Down (I Liked Falling) vorhanden, welches nicht zuletzt durch den Anfang etwas an John Mellencamp erinnert.
Leicht folkig geht Cry To You und steigert sich dann immer mehr in eine schöne Mid-Tempo-Rocknummer. Ähnlichkeiten zu den früheren HEART-Zeiten sind durchaus zu hören.

Cindy Bullens' Stimme erinnert mich auch ab und an an Mrs. Hynde, die allerdings froh wäre, wenn sie so ein Album heute noch hinkriegen würde.

Ein absolutes Highlight der CD ist das krachende Hammer & Nails. Schöner, straighter Rock für den sich John Hiatt nicht verbiegen muss, um die Vocals mit einzusingen. Wirklich ein Klassesong, bei dem es mich wundern sollte, wenn der nicht bald gecovert wird. Bonnie Raitt steht wahrscheinlich schon in den Startlöchern.
Mehr balladenhaft geht es bei The Right Kind Of Goodbye zu. Cindys Mundharmonika lässt Verweise an Neil Young zu, aber eigentlich geht es doch mehr in die Mellencamp/Hiatt-Ecke.
Noch etwas folkiger und auch ruhiger ist Send Me An Angel, was der Gastsängerin Emmylou Harris entgegen kommt. Wem bei den Harmony-Vocals kein Schauer über den Rücken läuft, der soll weiter den Superstar suchen.
Wie der Titel schon suggeriert, ist Driving My Heart Around perfekter Midtempo-Rock um im Auto die Nacht durchzufahren. Bluesig wird's dann bei Baby I Want Your Love, das fast etwas an die Aufnahmen von Rick Rubin mit Johnny Cash erinnert. Aufgrund einer Infektion konnte Cindy Bullens die Vocals dieses Songs bei der Aufnahme nur in einer Art Sprechgesang präsentieren und weil's so authentisch klang, hat man genau diese Gesangsspur genommen und lediglich später (nach der Genesung) noch eine zusätzliche Spur aufgenommen.
Gravity And Grace ist eine gefühlvolle Ballade, mit einfühlsamer Slide-Gitarre und die herrliche B3-Organ spielt Benmont Tench.
Irgendwo zwischen STONES und BLACK CROWES, wenn da noch Platz ist, bewegt sich das groovende Sensible Shoes. Ein richtig Spaß machender Rocker, für den ausnahmsweise ein Songschreib-Partner mitzeichnet: John David, ehemals Bassist bei Dave Edmunds und somit erfahren mit "straighten" Songs.
Bei einem Titel wie One Single Moment erwartet man nix anderes als 'ne Ballade. Nur Piano und ein paar Streicher lassen mich an My Father's Chair von Rick Springfield denken. Reichlich bewegend.

Es ist also nicht das "reine Rock-Album", als das es Cindy Bullens vielleicht sehen mag, aber allemal ein Klassealbum.
Cindy Bullens - eine Songwriterin die rockt!

Epi Schmidt, (Artikelliste), 09.08.2003