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Nois-O-lution
A Caesarean
Cameran
A Caesarean, Nios-O-lution, 2005
Aaron Vocals & Guitar
Markus Guitar
Sancho Bass & Vocals
Pascal Drums
Jakob Munck Upright Bass (on Headphone Music Op.001)
Larissa Horvath Vocals (on Tu Es Monono ?)
Dario Markovic Vocals (on A Million Years Now)
Produziert von: Pelle Henricsson, Magnus Lindberg, Eskil Lovström Länge: 42 Min 51 Sek Medium: CD
1. The Zombie Walk6. Hideko
2. Spin Variations7. Osaka, She Knows !
3. The Forging Of Battle Plan B8. Tu Es Monono ?
4. Headphone Music Op. 0019. A Million Years Now
5. The Listening Test

Eine junge Band aus Österreich siedelt sich in Großbritannien an und produziert ihre Scheiben in Schweden - zumindest haben CAMERAN ihr Debüt ""A Cesarean" in den Tonteknik Studios in Umea eingespielt. Schon das verdeutlich, wie auch das auf dem Kopf zu stehen scheinende Artwork und der Vokalgesättigte Titel der Platte, dass man es hier nicht mit einer alltäglichen Band zu tun hat.

CAMERAN sind herrlich ungestüm, groove orientiert und voranpreschend (wie in The Zombie Walk, Spin Variations oder The Listening Test) und erinnern dabei in den stärksten Momenten an die Aufbruchstimmung zu Zeiten der jungen RAGE AGAINST THE MACHINE, URBAN DANCE SQUAD oder der ganz frühen RED HOT CHILI PEPPERS, aber auch nach AT-THE-DRIVE-IN oder REFUSED. Das intensiv durch Mark und Bein gehende Organ von Sänger und Gitarrist Aaron setzt sich unweigerlich in den Gehörgängen fest, die Gitarre fräst eine leicht metallische spur, aber nichts ist hier auf den ersten Blick so, wie es scheint, immer wieder schlagen die Jungs Haken, halten inne, bauen fast atemlose Spannung auf, um dann umso heftiger wieder loszulegen (Osaka, She Knows !).

Dazwischen gibt es auch zarte, geradezu zerbrechliche Songs (Headphone Music Op. 001 und Tu es Monono ?) die illustrieren, dass sich diese Band in kein Schema pressen lassen kann (und dies sicherlich auch nicht möchte). Die Texte dazu sind stellenweise kryptisch gehalten und verstärken die bei aller Dynamik leicht geheimnisvolle Aura diese spannenden Debüts.

Das abschließende A Million Years Now ist ein gutes Beispiel dafür: "The eyes of the night. The lies of the night. A sigh in the night. A guy in the light. A sign in the night. A boy in the light." Und wie der surreale Text mäander sich dieser atmosphärische Indirocker zum energischen Crossover-Monster und wieder zurück. Durch den lakonischen Sprechgesang und die unheilvoll dräuenden Gitarren wird dabei eine Stimmung produziert, die einem langsam unter der Oberfläche zum Siedepunkt gelangenden Geysir gleicht. Und plötzlich die Vollbremsung. Vielleicht einen Tick lang geraten, aber durchaus spannend.

Der inziwschen schon fast obligatorische Hidden track ist geheimnisvoll zurückgenommen und rundet das gelungene, richtiggehend aufregende Erstlingswerk von CAMERAN ab. Da darf man noch einiges erwarten von diesen Jungs. Und vor allen Dingen muss der Schreiber dieser Zeilen Abbitte leisten, der die Band live schon einmal abgekanzelt hatte. Aber CAMERAN haben seitdem nicht nur einen Schritt nach vorne getan, sondern sich auch aus einem allzu starren Konzept befreit.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 11.10.2005