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SMiLE
Brian Wilson
Brian Wilson Presents SMiLE, Warner Music Vision, 2005
Brian Wilson Vocals, Keyboards
Jeffrey Foskett Vocals, Guitar, Hammer
Probyn Grgory Vocals, Guitar, Brass, Tannerin, Whistles
Nelson Bragg Vocals, Percussion, Whistles, Celery
Bob Lizik Bass, Beret
Scott Bennett Vocals, Keyboards, Mallets, Guitar
Darian Sahanaja Vocals, Keyboards, Mallets, Drill
Nick Walusko Vocals, Guitar, Eye Patch, Carrots
Jim Hines Drums, Mallets, Saw, Sound FX
Paul Mertens Woodwinds, Sax, Harmonica,
Taylor Mills Vocals, Power Drill, Leg-Slap
Stockholm Strings'n'Horns Trombone, Saxophone, Viola, Violin, Cello, Flute, Clarinet, Bass Trombone
Länge: ca. 250 Min Medium: Do-DVD
DVD 1:
Beautiful Dreamer: Brian Wilson and the Story of SMiLE
DVD 2:
The SMiLE Concert
1. Our Prayer/Gee10. Surf's Up
2. Heroes And Villains11. I'm In Great Shape/I Wanna Be Around/Workshop
3. Roll Plymouth Rock12. Vega-Tables
4. Barnyard13. On A Holiday
5. Old Master Painter/You Are My Sunshine14. Wind Chimes
6. Cabin Essence15. Mrs. O'Leary's Cow
7. Wonderful16. In Blue Hawaii
8. Song For Children17. Good Vibrations
9. Child Is The Father Of Man

Eigentlich hatte dieser Mann für ein Leben der Musik-Welt schon genug gegeben. Als Mastermind der BEACH BOYS hat er eine Serie von Evergreens geschrieben (oder mit-geschrieben) und produziert und mit "Pet Sounds" ein Meisterwerk geschaffen, von dem selbst der legendäre BEATLES-Produzent George Martin sagt "Ohne 'Pet Sounds' hätte es 'Sgt. Pepper' nie gegeben."
Wo man bei den Liverpoolern vom absoluten (kreativen) Höhepunkt, nachdem es nur noch abwärts gehen konnte, sprechen kann, war das Genie Brian Wilson dabei sich zu neuen Gipfeln aufzumachen.

"SMiLE" sollte die akustische Götterspeise heißen. Auf die Gesichter seiner, von einer Tournee zurückkehrenden, Bandkollegen konnte er mit den angehäuften Klangkollagen kein rechtes Lächeln zaubern. Zu weit entfernte sich Brian von den einfachen und eingängigen Surf-Rock'n'Roll Titeln die die Band berühmt gemacht hatten.
Zunehmender Drogen- und Pillenmissbrauch und die Enttäuschung über die Ablehnung seiner Werke verursachten schließlich starke Depressionen und trieben Brian, mit wenigen Lichtblitzen, in die Isolation. Zeitweise wurde Brian Wilson vom Rest der Welt völlig abgeschrieben.
Das Album allerdings, an dem er seinerzeit mit dem Texter Van Dyke Parks arbeitete, wurde, obschon nie veröffentlicht, zur Legende. Klar, einen Abklatsch davon hatten die BEACH BOYS unter dem Titel "Smiley Smile" 1967 veröffentlicht und mit Good Vibrations fand sich ja auch der Über-Song jenes Werkes darauf, aber es war eben doch nicht das, was Brian ersonnen hatte.

37 Jahre dauerte es, bis Brian soweit war, sich noch mal an dieses Werk zu machen und es endlich so aufzunehmen wie er es wollte. Tatsächlich bekommt man beim betrachten dieser beiden DVDs den Eindruck: Der Mann weiß bevor er die erste Note spielt oder singt, wie sich das fertige Produkt anhören muss.
Nachdem im letzten Jahr "SMiLE" also endlich das Licht der Welt erblickte, kann man sich anhand der Dokumentation "Brian Wilson Presents SMiLE" einen Einblick von der Entstehung dieses Musikwerkes verschaffen.

Die erste DVD, mit einer Spielzeit von 108 Minuten, bringt dem Betrachter die Geschichte von "SMiLE" nahe. Anhand von Interviews, Kommentaren von Zeitgenossen, historischen Aufnahmen, Musikausschnitten und, und, und wird man in diese Story reingezogen und verfolgt sie fasziniert.
In erster Linie sind es Brian Wilson und Van Dyke Parks die, zusammen oder einzeln, mit jeder Menge Erinnerungen für Informationen sorgen. Da wird Brian auch mal von Van Dyke Parks interviewt und die beiden harmonieren dabei bestens.
Außerdem findet sich noch Bonus-Material auf dieser ersten Scheibe, u.a. ein Ausschnitt von der Weltpremiere von "SMiLE" in der Royal Festival Hall.

Auf der zweiten DVD wird dann das Werk komplett im Konzert dargeboten. Mit seiner zehnköpfigen Band, verstärkt durch The Stockholm Strings And Horns präsentiert Brian Wilson sein 37 Jahre altes "Baby".
Und es ist beeindruckend, wie diese Band die Songs auf der Bühne bringt. Das ist ja wirklich nicht einfach diese ganzen Sounds und Rhythmen live zusammenzufügen.
Einige Songs, wie Heroes And Villains, kennt man natürlich noch von früher. Bei manchen braucht's, sofern man die Studioaufnahmen nicht kennt, vielleicht einen zweiten Hördurchgang, aber dann erschließt sich hier ein Konzeptwerk, wie es in der Popmusik selten in dieser Güte, wenn überhaupt, zu hören ist.
Natürlich hat das manchmal "Opern-hafte" Auswüchse, aber das haben Konzeptalben meistens an sich. Für Mrs. O'Leary's Cow wurde Brian mit einem Grammy für die "Best Rock Instrumental Performance" ausgezeichnet.
Schön, seine Stimme zollt ihrem Alter Tribut und kommt manchmal in den Grenzbereich, aber ohne je peinlich zu werden, und im Verbund mit den ausnahmslos hochkarätigen Musikern um ihn herum bringt er doch eine sehr gute Leistung. Die sind in dem dreigeteilten Set denn auch voller Spielfreude dabei, selbst wenn sie in Vega-Tables mit Gemüse hantieren.

Wenn die letzten Töne von Good Vibrations verklungen sind und sich die Band vor einem begeisterten Publikum verbeugt, sieht man einen strahlenden Van Dyke Parks inmitten der Leute stehen. Der Glanz in seinen Augen und der Stolz, gemischt mit Freude und Verehrung, zeigen welch außergewöhnliche Show hier geboten wurde.

Auch auf der zweiten DVD gibt es reichlich Bonus-Stoff. Neben einer Photo Gallery finden sich Aufnahmen von Brian am Piano - allein oder mit Begleitern. Äußerst interessant sind die Mitschnitte aus dem Studio. Hier sieht man einen hochkonzentrierten "Chef", der genau seine Vorstellungen verfolgt. Er verbreitet zwar, im Erfolgsfall, durchaus gut Stimmung und sorgt für entspanntes arbeiten, aber man kann sich schon vorstellen, dass er seine "Strandjungs" im Studio mit seinen Soundvorstellungen ganz schön tyrannisiert haben wird.
Alles in allem ist diese Doppel-DVD eine klasse Angelegenheit. Wer die CD besitzt, kommt hier quasi nicht dran vorbei. Aber selbst wer nicht, bekommt hier soviel interessantes und musikalisch hochwertiges geliefert, dass in den über 4 Stunden (!) nicht eine Minute Langeweile aufkommt. Absolut lohnenswert!

Bild: 4:3
Ton: Stereo; 5.1 Surround
Ländercode: 2, 3, 4, 5
Untertitel: Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch
Extras: Interviews, Backstage, Videoclips, Photo Gallery, Solo Piano Performances, Recording Sessions Featurette

Epi Schmidt, (Artikelliste), 07.07.2005