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Breed 77
Breed 77
Breed 77, Albert Music/Neo Distribution/Sony Music Entertainment, 2003
Paul Isola Vocals
Danny Felice Guitars
Stuart Cavilla Bass
Pete Chichone Drums
Produziert von: Paul Hoare Länge: 53 Min 40 Sek Medium: CD
1. Shadows7. Final prayer
2. Rise8. A safe place
3. Switch9. Fly
4. Breaking the silence10. Eyes that see
5. Karma11. Know that you know
6. Floods12. The hole

Was weiß man schon über Gibraltar?
An der Südspitze Spaniens gelegen und unter britischer Führung, außerdem gibt es dort Affen.
Dass von dort auch gute Musiker kommen, beweisen BREED 77. Die 1996 gegründete und in London ansässige Band, zusammengeführt von den Ex-Winter of Torment-Mitgliedern Danny Felice und Stuart Cavilla, hat bereits One Minute Silence, Napalm Death und Black Sabbath supportet und legt jetzt ihr Albumdebüt vor.

Shadows zu Beginn knüppelt zwar gleich gewaltig los, doch sorgen insbesondere die Vocals von Paul Isola dafür, daß die Musik nicht technisch-metallisch-kalt klingt, sondern eine gewisse Wärme behält.
In Rise herrscht zunächst noch der KornBizkit-Sound, bis erstmals, hier noch sehr dezent, akustische Gitarren ins Spiel kommen und die iberischen Wurzeln von Breed 77 andeuten. Switch ist dann ein catchy Song im Spannungsfeld zwischen Spät Grunge und Nu Metal - die Band BOILER ROOM fällt mir spontan ein (kennt wahrscheinlich keiner) [Nö! Red.], Godsmack ist ein weitere Bezugspunkt.

Bei Breaking the slience werden dann stärker Flamenco-Elemente eingewoben und geben der Nummer das gewisse Etwas. Paul Isola erinnert stimmlich schon ziemlich an den verstorbenen Layne Staley.
Karma brettert zunächst Pantera- bzw. Sepultura-mäßig los, wird aber bei Einsetzen der Vocals wieder eingefangen, die Orientierung Isolas am Grunge und nicht am Metal- oder gar Doom-Gebrülle sorgt bei allem Druck für die melodische Komponente. Das nachfolgende Floods beginnt hypnotisch wie ein TOOL-Stück, wird dann aber zu einem formidablen Metal-Schleicher, der sich in die Gehörgänge frißt. Ein ungeheuer dichtes und intensives Stück, das in der Live-Version sicherlich einen absoluten Höhepunkt im Werk von Breed 77 darstellt.

Final Prayer beschwört wieder die maurischen Wurzeln der Band in den akustischen Gitarrenparts von Danny Felice, es wird die Balance versucht zwischen Nu Metal und Folkeinschüben.
In A safe place wird dann wieder ziemlich straight in der Manier von Alice In Chains losgerockt: tief geerdete Gitarren, breitwandiger Sound und große Emotionen in den Vocals. Dagegen klingt Fly wie eine Speed-Version der Stone Temple Pilots, bis es am Ende zum reinrassigen Flamenco wird. Eyes that see erweist wiederum dem Spät-Grunge seine Referenz, während Know that you know das erste maurische Nu Metal Stück sein dürfte. Die abschließende Ballade The hole rundet dieses zwischen Seattle und Gibraltar die Balance haltende Album ab.

Die Farben des Artworks sind bezeichnend: Es überwiegen Erdfarben wie honig und braun. Trotz vieler (Nu-)Metal-Elemente bleibt die Musik dank der maurischen und iberischen Einsprengsel sowie der kraftvoll-warmen Vocals von Paul Isola irgendwie bodenständig und regelrecht sonnenverwöhnt. Prima Scheibe.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 09.06.2003