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Epitaph Records
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SPV
Deja Entendu
Brand New
Deja Entendu, Epitaph Records/SPV, 2003
Jesse Lacey Vocals
Vin Accardi Guitar
Brian Lane Drums
Garrett Tierney Bass
Produziert von: Steven Haigler Länge: 48 Min 47 Sek Medium: CD
1. Tautou7. Jaws theme swimming
2. Sic transit gloria... glory fades8. Me vs. Madonna vs. Elvis
3. I will play my game beneath the spin light9. Guernica
4. Okay I believe you, but my tommy gun don't10. Good to know that if I ever need attention all I have to do is die
5. The quiet things that no one ever knows11. Play crack the sky
6. The boy who blocked his own shot

Das Debüt der Band BRAND NEW hieß "Your favorite weapon", verkaufte sich mehr als 50.000 mal und war ein weiteres PowerPop-Werk von vier gerade mal Heranwachsenden. Danach stellte sich die Frage: Die eingetretenen Pfade weiterbeschreiten oder den Versuch einer Weiterentwicklung starten?
Der Vierer aus Long Island entschied sich für letzteres und legt nunmehr das zweite Album "Deja Entendu" vor, bei dem der Speed etwas abgesenkt wird und verstärkt Wert auf das Songwriting gelegt wurde.
Herausgekommen ist eine etwas düstere IndiePop- Scheibe, was daran liegt, dass der Sänger und hauptsächliche Songwriter Lacey eine Reihe persönlicher Schicksalsschläge zu verarbeiten hatte, die musikalisch in die Abteilung mit JIMMY EAT WORLD, TAKING BACK SUNDAY oder THE GET UP KIDS gestellt werden kann.

Das spröde, elegische Intro Tautou wird von einem Song, der eher noch an die alten Zeiten der Band erinnert, abgelöst. Sic transit gloria... glory fades besticht durch eine bassige Hookline, brit-popige Strophe und punkigen PowerPop-Refrain.
I will play my game beneath the spin light ist emotionaler, eingängiger Pop, während sich Okay I believe you, but my tommy gun don't, von einem ruhigen Beginn ausgehend, zu einer fast stadiontauglichen Mitsingnummer entwickelt.
The quiet things that no one ever knows schaltet dann einen Gang höher, die Gitarren werden härter, Vergleiche mit WEEZER, GREEN DAY, OFFSPRING oder SUM 41 sind möglich.
The boy who blocked his own shot ist eine akustische Nummer, die etwas sehr in den Lagerfeuer-Bereich geht. Dagegen brodelt Jaws theme swimming, um im Bild zu bleiben, zunächst unter der (Wasser-)Oberfläche, um dann unvermittelt aufzutauchen und zuzubeißen.
Der ruhigen Post-Pop Ode Me vs. Madonna vs. Elvis folgt das zwischen Crossover und PowerPop pendelnde Guernica, in dem Lacey textlich die Krebserkrankung seines Großvaters aufarbeitet.
Good to know that if I ever need attention all I have to do is die beginnt zunächst ruhig, hypnotisch, ja geradezu beschwörend und mündet schließlich in breitwandigem Emo-Core. Trotz dem ziemlich gewollten Songtitel sicherlich die musikalisch stärkste Nummer des Albums.
Play crack the sky bildet einen ruhigen Abschluß.

Eine Band versucht erwachsen zu werden - und gleichzeitig dem überfüllten Haifischbecken PowerPunkPop zu entfliehen, dessen Wasser allmählich abgestanden wirkt. Die Versuche, den Lautstärkeregler etwas herunterzufahren und mehr Songwriting statt Popappeal zu etablieren, gelingen im großen und ganzen auch recht ordentlich und sind ausbaufähig und - würdig, aber bitte: Beim nächsten Mal nicht wieder diese prätentiösen Songtitel. Die sind weder in Bezug auf den Text noch die Musik aussagekräftig und klingen doch sehr nach Reißbrett.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 03.11.2004