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Mo's Barbeque
Bowes & Morley
Mo's Barbeque, Frontiers Records, 2004
Daniel Bowes Lead & Backing Vocals, Worrying
Luke Morley All the Guitars, Percussion, Backing Vox etc.
Mario Goossens Drums & Long Distance Driving
Chris Childs Bass & Dancing
Mark Taylor Piano, Organ & all Keyboards
Ben Gant Trumpet
Martine Robertson Sax
Ian Moffat Trombone
TJ Davies, Angela Murrell Backing Vocals
Tara McDonald Additional Vocals (How Could You)
Produziert von: Luke Morley Länge: 52 Min 10 Sek Medium: CD
1. Desire7. Waiting For The Sky To Fall
2. Living For The City8. Illogical
3. On A Day Like Today9. How Could You
4. Why Did You Do It10. That's Not Love
5. Since I Left Her11. I Can't Stand The Rain
6. Come Together In The Morning

Sie können's anscheinend nicht lassen, die beiden "Donnerköpfe" Danny Bowes und Luke Morley...
Hat mich ihr letztes Album ja nicht sonderlich begeistert (im Gegensatz zu Herrn Domrath), da lief das für mich ja auch noch als THUNDER-Nachfolger, geh ich an diese Scheibe mit anderen Erwartungen heran. Schließlich, und zum Glück, gibt es THUNDER ja inzwischen wieder und wenn sich die beiden anderweitig austoben wollen - nur zu.

Mit dem pianogetriebenen Desire geht es auch einigermaßen schwungvoll los und man schlendert ganz im Stil des letzten Albums munter drauf los. Reichlich Bläsergedöns unterstützt den Chorus, hin und wieder blitzt Luke's Gitarre dazwischen und insgesamt wird da schon reichlich Stimmung verbreitet.
Mit Living For The City folgt schon der erste Coversong (ursprünglich war sogar mal angedacht das Album ausschließlich mit Covers zu gestalten). Im Original natürlich von Stevie Wonder (LP "Innervisons", 1973) verwundert es nicht, dass es hier unheimlich groovt. Die "Na na na's" der Background-Girls kommen mir zwar etwas zu süßlich, aber im Refrain machen sie es mit reichlich "Soul" wieder wett. Zu dem 70's Keyboardsolo fügt Luke Morley noch ein kurzes aber gutes Gitarrensolo dran und am Gesang von Danny Bowes gibt es, wie gewohnt, nix zu kriteln.

Auch in England war der Sommer 2003 richtig heiß und so entstand mit On A Day Like Today eine wunderschöne Ballade, die mit ihrer gezupften Akustischen und dem Trompetensolo irgendwo in Südamerika angesiedelt ist. Wie hätte Udo Lindenberg es ausgedrückt: "Hau rein, is Tango - tu ihn rein, is Cha-Cha-Cha..."
Why Did You Do It muss man wohl nicht weiter erläutern. Ja, es ist der Titel von STRETCH (LP "Elastique", 1975) und somit ein ausgewachsener Funk, der wohl jeden Diskotempel in den 70ern und auch später noch erschüttert hat. Da kann man nicht viel neues reinbringen in so einen Titel - Spaß macht's allemal.
Bei Since I Left Her geht's dann wieder gemächlicher zu. Locker-flockig mit, wie Luke Morley sagt, BEATLES/Paul McCartney-Einflüssen schaukelt man in der Hängematte, aber dann retten doch noch Luke's E-Gitarre und die "Thunder"-Bridge den Song vor der Beliebigkeit.

Oft genug mit Paul Rodgers verglichen, darf Danny Bowes bei Come Together In The Morning zeigen, dass er diesen FREE-Song (LP "Heartbreaker", 1973) genauso einfühlsam rüber bringen kann. Kommt mit diesem "aktuelleren" Sound richtig gut. Lediglich die Background-Sängerinnen hätt's wegen mir nicht gebraucht. Die weichen den Refrain etwas auf.
Was bei rauskommt, wenn man Michael Moore's "Stupid White Man" liest, kann man sich bei Waiting For The Sky To Fall anhören, das Morley hier inspirierte. So funkig hab ich die Jungs (mit Selbstgeschriebenem) noch nicht gehört, aber nichtsdestotrotz gehört der Song zu den besten auf diesem Album. Ein mitreißender Refrain und reichlich E-Gitarre sorgen für den richtigen Schub, so dass man hofft, der Himmel möge doch noch etwas warten mit dem "herabfallen".

Ja, Illogical dürfte der Song sein, der auch auf einem Thunder-Album vertreten sein könnte. Eine der typischen akustischen Balladen, die sich langsam steigern und Morley die richtige Spielwiese für seine Soli bieten. Wäre bei Thunder wohl noch etwas druckvoller gekommen, bleibt aber trotzdem ein guter Song.
Dann funkt's wieder reichlich bei How Could You, so dass Bewegung in die Beine kommt und die Arme rhythmisch mitrudern. Groovt ungeheuer und wenn wir nicht 2004, sondern 1975 hätten, würd's bestimmt jeden Dancefloor bevölkern. Na ja, wir Älteren toben uns halt im Wohnzimmer aus...

Die Zusammenarbeit von Daniel Bowes und Luke Morley zieht sich ja bald schon über 30 Jahre hin. 1986 wurde That's Not Love als Demo für die Band TERRAPLANE aufgenommen. Man merkt dem Song deutlich die Zeit seiner Entstehung an, auch wenn der Sound heute wohl besser ist. Eine richtig schön, schmalzige Ballade wie sie z.B. in dem Film "Hard To Hold" (mit Rick Springfield) oder in die romantischen Szenen der meisten 80er Filme gepasst hätte.
I Can't Stand The Rain wurde ja schon von etlichen Artists aufgenommen. Nachdem die meisten ihn mit Tina Turner assoziieren, muss ich kurz darauf hinweisen, dass das Original von Ann Peebles bereits 1974 veröffentlicht wurde (gut, schön, ich habe 1978 auch geglaubt der Titel wäre von ERUPTION...). Wie auch immer: Die Version hier tastet sich erst etwas verhalten und langsamer heran, um aber dann mit immer mehr Power zu Werke zu gehen und von Stimme, Piano und der heavy Gitarre richtig gut voran getrieben zu werden. So macht sogar dieses alte und abgenudelte Werk noch Laune!
(Eruption... höhöhähähihi... Eindeutig ein "one way ticket", werter Herr Kollege)

Nachdem ich mit etwas anderer Erwartung an diese Scheibe heran gegangen bin, muss ich zugeben, dass "Mo's Barbeque" sich zwar nicht mit den Veröffentlichungen von THUNDER messen kann, mir aber besser als der Vorgänger gefällt und wer's manchmal etwas weniger rockig braucht: "Move swiftly along here, Sir!"

Epi Schmidt, (Artikelliste), 07.03.2004