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Sony BMG Entertainment
The Singles Collection
Blue Öyster Cult
The Singles Collection, Sony BMG Entertainment, 2005
Eric Bloom Guitar, Vocals
Donald 'Buck Dharma' Roeser Guitar, Vocals
Albert Lanier Keyboards, Guitar
Joe Buchard Bass (1970-1986)
Albert Bouchard Drums, Guitars, Vocals (1970-1981)
Rick Downey Drums (1981-1985)
Jimmy Wilcox Drums, Vocals (1985-1986)
Tommy Zvonchek Keyboards (1985-1986)
Jon Rogers Bass (1986-1995)
Länge: 79 Min 48 Sek Medium: CD
1. Cities On Flame With Rock And Roll 11. We Gotta Get Out Of This Place
2. Then Came The Last Days Of May12. Mirrors
3. The Red And The Black13. Moon Crazy
4. Hot Rails To Hell14. Fallen Angel
5. Flaming Telepaths15. Burnin' For You
6. Born To Be Wild16. Beyond Reality
7. (Don't Fear) The Reaper17. Shooting Shark
8. Sinful Love18. Dancin' In The Ruins
9. Goin' Through The Motions19. White Flags
10. Godzilla20. Astronomy

Also, ich weiß nicht. Seit Jahren - Jahrzehnten? - erzählen mir Freunde und Bekannte immer mal wieder von BLUE ÖYSTER CULT und was für eine tolle Band das doch wäre. Oder zumindest war.
Gerne werden auch ihre Live-Platten, vor allem "On Your Feet, On Your Knees" (1975) zitiert und gepriesen und, zugegeben, es klingt auch verlockend, wenn eine Nicht-Southern-Rock-Band mit drei Gitarren jongliert.
Und doch: Irgendwie ging diese Band nie so recht an mich.
Vielleicht waren ja meine Reinhörversuche im freundschaftlichen Kreis zu zaghaft oder zu beiläufig, um die BÖC-Welt für mich erschließbar zu machen. So ist diese CD also eine prima Möglichkeit, da doch einen Zugang zu finden.
Natürlich handelt es sich nicht um die kompletten Singles der Band. Dazu würde die Spielzeit einer CD nicht ausreichen, aber immerhin 20 Titel packen das Ding randvoll.

BLUE ÖYSTER CULT als amerikanische Antwort auf BLACK SABBATH zu titulieren, ist natürlich ein Schmarrn, aber bei Cities On Flame With Rock And Roll kommen einen die Birminghamer schon in den Sinn. Ja, das muss ich zugeben, der Titel hat durchaus was. Vor allem das Haupt-Riff ist von zeitloser Güte.
Es stellt sich halt schnell heraus, wo die Schwachstellen dieser Truppe liegen. Jedenfalls, sofern man auf kernigen down-to-the-bone Rock abfährt. Dass sie nicht gerade wie die Rock'n'Roll Götter aussehen, dafür können sie ja nix, aber das Problem ist (für mich), dass da einfach keine Power rüberkommt. Der Gesang ist dermaßen brav und einschmeichelnd und mit der "Gitarren-Armee" sieht's ja auch nicht viel besser aus. Die spielen wunderbar zusammen, umschwurbeln sich mit genialen Spielereien gegenseitig... aber entwickeln einfach keinen Druck!
In solch leicht psychedelischen Balladen wie Then Came The Last Days Of May macht das auch nichts. Da passt der Sound der Gitarren und der mehrstimmige Gesang perfekt und BÖC verzaubern einen mit dieser Nummer richtig gut.
Das treibende The Red And he Black, mit fast schon punkigen Einflüssen, geht im Prinzip gut ab und im Mittelteil erwartet man fast schon, dass jetzt Baby Please Don't Go angespielt wird, aber auf die Dauer klingt mir das halt einfach zu dünn. Da wird man nicht richtig satt bei.
Und so geht's weiter: Auch Hot Rails To Hell ist eigentlich eine gute Nummer - mit leichtem Glam-Touch - aber mir klingt das einfach zu schwachbrüstig.
Mir ist durchaus klar, dass man, wenn man mit drei Gitarren agiert (bzw. noch ein Keyboard im Einsatz hat), bei den einzelnen Instrumenten Abstriche machen muss, damit keiner den anderen zukleistert, aber etwas mehr an Power sollte schon möglich sein.

Na ja, vielleicht muss man die Band einfach anders sehen. So mehr die Richtung Progressive und in einem Boot mit KANSAS und Konsorten. Dafür spräche auch das keyboardlastige Flaming Telepaths.
Born To Be Wild ist eine nette Coverversion, die im Konzert bestimmt ganz gut kommt. (Don't Fear) The Reaper ist natürlich eine Übernummer. Genial von vorn bis hinten, aber ist natürlich viel näher am Pop als am Rock. Mit Selbstmord hat der Song übrigens nichts zu tun, wie Autor Donald Roeser erst kürzlich gegenüber dem englischen Classic Rock Magazin erneut betonte. Viel mehr geht es um die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod. Und: Patti Smith singt nicht im Chor mit. Auch wenn sie zum Umfeld der Band gehörte.
Das Piano-Intro von Sinful Love hat man, diesmal mit der Orgel, bei Goin' Through The Motions gleich nochmal verwurstet. Letzterer Titel ist aber immerhin ein schöner Pop-Rock Ohrwurm, der auch auf Alben von BOSTON oder TOTO gut passen würden.
Jetzt aber: Godzilla. Das ist doch der Kassenschlager am Kiosk der BÖC-Fangemeinde. Hat man mir jedenfalls immer erzählt. Der Gesang klingt stark nach POTHEAD aber die hätten aus dem Song ein richtiges Monster gemacht. Und so... da hätt' ich mehr erwartet.
Nanu, denk ich beim nächsten Titel. Hört sich fast an wie die ALLMAN BROTHERS BAND. Es schält sich aber schnell die Coverversion We Gotta Get Out Of This Place, vom zweiten Live-Album "Some Enchanted Evenging" (1978), heraus. Gut, keine Eric Burdon-Röhre, aber das geht doch ganz gut, nicht zuletzt das Gitarrensolo.

Ab 1979 und dem Album "Mirrors" wurd's dann noch eine Ecke popiger, was mit dem Titelsong schon deutlich wird. Burnin' For You winkt noch mal zurück Richtung The Reaper, ohne dessen Klasse schnuppern zu können. Wenn dann Shooting Shark im furchtbarsten 80er Plastikpop daher blubbert, zieht's mir schon alles zusammen. Wenn mir jemand sagen würde: Das ist Fergal Sharky - oder irgendwas anderes. Ich würd's glauben.
Bei White Flags hat man sich wohl etwas vom Stil Billy Idols inspirieren lassen. Allerdings kann BÖC dessen Aggressivität nicht aufbringen.
Also wie diese Truppe jemals unter 'Heavy Metal' laufen konnte wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Daran konnten sie vielleicht Anfangs der 70er kratzen und in ihren frühen Jahren haben sie immerhin einige interessante Kompositionen auf den Weg gebracht. Das spätere Zeugs ist überwiegend beliebiger Mainstream Pop-Rock, der keinen aufregt.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 30.10.2005