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Who Killed That Bird Out On Your Window Sill
The Black Crowes
Who Killed That Bird Out On Your Window Sill, Warner Music Vision, 2006 / Def American Recordings, 1992
Chris Robinson Vocals
Rich Robinson Guitar, Backing Vocals
Jeff Cease Guitar
Marc Ford Guitar
Johnny Colt Bass
Steve Goreman Drums
Ed Harsch Keyboards
Länge: ca. 83 Min Medium: DVD
1. Black Moon Creeping10. She Talks To Angels
2. Thick N' Thin11. Sister Luck
3. Jealous Again12. Thorn In My Pride
4. You're Wrong13. My Morning Song
5. Sometimes Salvation14. Stare It Cold
6. Twice As Hard15. Remedy
7. Hard To Handle16. Thick N' Thin
8. Jealous Guy17. No Speak No Slave
9. Hotel Illness18. Sting Me

Ich hab mich ja schon im Review zur Live-CD von 2002 über die BLACK CROWES ausgelassen und so bleibt mir wenig hinzuzufügen. Allerdings ist es mittlerweile ja so, dass sich die Band wieder - fast in Originalbesetzung - zusammen gefunden hat und, zumindest in den Vereinigten Staaten, fleißig am touren ist.
In typischer Manier lassen sie aber nix an Problemen aus und inzwischen wurden Gitarrist Marc Ford und Keyboarder Ed Harsch schon wieder gegangen, bzw. haben sich verabschiedet. Das weiß man ja nie so genau, wie das abläuft. Glücklicherweise ist vorher noch eine neue Live-DVD, "Freak'n'Roll... Into The Fog", erschienen und es wird sogar von einem Album im nächsten Jahr gesprochen. Ob das dann soweit kommt und wer darauf spielen wird..., warten wir's ab.
Man kann also schon hin und wieder Zweifel an dieser Band kriegen und als Fan hat man es da nicht leicht.

Leichter hatte man es 1992, denn zu dem Zeitpunkt waren die BLACK CROWES auf einem Höhenflug. Die damals erschienene VHS-Videokassette "Who Killed That Bird Out On Your Window Sill" gibt es nun "First Time" als DVD.
Und da kann man noch mal genau sehen, warum diese Band so toll war und so große Hoffnungen weckte. Mit "Shake Your Moneymaker" hatten sie 1990 ein Debütalbum vorgelegt, wie man es von den ROLLING STONES nicht mehr erwartete, nicht mehr erwarten konnte und auch nie mehr bekommen hat. In einer Linie zu "Exile On Main Street" wurde einem eine erstklassige harte Rock'n'Roll/Blues-Scheibe vor die Füße gepfeffert, dass man sofort in die Gänge kam.
Nicht ganz so roh, aber ausgereifter, folgte "The Southern Harmony And Musical Companion" 1992 nach und den überwiegenden Teil der Songs aus den beiden Alben kann man hier noch mal visuell miterleben.
Außer GUNS N' ROSES gab es damals keine Band, die den Rock'n'Roll-Lifestyle so verkörperte wie die Jungs um die Brüder Chris und Rich Robinson. Gerade ersterer war ein gefundenes Fressen für alle Interviewer und Moderatoren, mit seinem kaum stoppbaren Schnattermund.
Aber Frontmänner müssen nun mal Großmäuler sein und so schadete es, zumindest zu dem Zeitpunkt, auch nicht, dass die Band aus einer Tour als Support von ZZ TOP geworfen wurde, weil sich Chris zu laut über Sponsoring geäußert hatte. Ein bisschen Nachtreten - "Diese Typen sind ein bisschen zu alt und ein bisschen zu klein um mir ans Bein zu pissen" (Chris Robinson, sinngemäß) - sorgte eher noch für Erheiterung.

Auf der Bühne und in den hier gezeigten Videos war Chris jedenfalls ein Naturtalent, irgendwo zwischen Mick Jagger, Rod Stewart und Steven Tyler. Und sein Bruder Rich ein grandioser Riff-Schmied und -Dieb.
Wer könnte bei den offenen Akkorden zum Beginn von Jealous Again auch nur einen Moment ruhig sitzen oder stehen bleiben? Das typische Lagerhallen-/Studio-Video sorgt dazu für die richtige Stimmung.
Selten gesehenes, wie der Ausschnitt aus dem nie veröffentlichten Auftritt bei 'MTV Unplugged', hier mit dem Non-Album-Track You're Wrong, gibt's hier auch zu sehen und da hätte man gern noch mehr davon gehabt.
Zwischen den Bildern plappert oder philosophiert, überwiegend, Chris und zieht dabei gerne über die Musikindustrie her, sorgt aber auch immer wieder für brüllende Lacher.
Wenn solche Kracher wie Twice As Hard oder die obergeniale Version von Otis Reddings Hard To Handle (übrigens auch ein tolles Video dazu) ertönen, wird einem schnell wieder bewusst, wie klasse das war und ist und dass man die Scheiben echt wieder häufiger hören sollte.
Klar wird allerdings auch, was für ein Hammer das Debütalbum war und es ist nicht nachzuvollziehen, dass Lead-Gitarrist Jeff Cease damals entlassen wurde, weil er angeblich nicht gut genug war. Schmarrn!
Die Einflüsse der BLACK CROWES klingen zwischen den Aufnahmen auch immer wieder durch. Mal dudelt Are Yur Ready von GRAND FUNK RAILROAD im Hintergrund, mal spielt die Band selbst im Studio Bob Dylans Rainy Day Women #12&35 oder legt 'Live in Atlanta' eine Powerversion von John Lennons Jealous Guy (mit STONES-/ALLMAN BROTHERS-Keyboarder Chuck Leavell) vor.
Wie gut sie auch bei eher akustischen Stücken mit Balladencharakter abschneiden, zeigen das großartige She Talks To Angels und das nicht hinterherstehende Thorn In My Pride. Wem läuft bei letzterem kein wohliger Schauer herunter, wenn die Hammond B3 von Ed Harsch einsetzt?
Neben den bekannten Hits wird man auch wieder auf seltener gehörte Titel wie Sister Luck aufmerksam, welches hier leider im Hintergrund zu einer Fotosession läuft.
Trotz der leicht abturnenden Bilder aus dem Publikum entfacht Stare It Cold richtig Stimmung und der aggressive Charakter des Songs unterstreicht die Bilder auf eigenartig passende Weise.
Für mehr Partyfeeling sorgt das immer wieder gern gesehene Video zu Remedy, zweifellos einer ihrer besten Titel und natürlich, mit seiner zweiten Zeile, auch Namensgeber für diese DVD.
Wie rasant die Band rocken konnte zeigt die Aufnahme von Thick N' Thin, während sich mit No Speak No Slave schon ein etwas jamlastiger Stil ankündigte.

Wenn man diese Bilder betrachtet, kommt man immer wieder zu der Ansicht, der damals geprägte Ausdruck "The most Rock'n'Roll Band in the world" hat absolut seine Berechtigung. Auch heute noch und deswegen sind das hier einfach 83 essentielle Rock'n'Roll Minuten.
Auch ohne irgendwelche Bonus-Features.
Auch wenn sie es wieder schaffen werden, alles in den Sand zu setzen...

Ländercode: 2/3/4/5 (NTSC)
Ton: DD 5.1, DD 2.0
Bild: 4:3

Epi Schmidt, (Artikelliste), 07.10.2006