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Chesky Records
Memphis In Manhattan
Billy Burnette
Memphis In Manhattan, Chesky Records, 2006
Billy Burnette Vocals, Guitar
Kenny Vaughn Lead Guitar
David Roe Upright Bass, Harmony Vocals
George Ricelli Drums
Produziert von: David Chesky Länge: 43 Min 02 Sek Medium: CD
1. Memphis Blues 7. Can't Wait To Get Back Home
2. My Love Will Not Change8. It's Late
3. Everything Is Broken9. Tryin' To Get Away
4. Oh Well10. Tear It Up
5. Big Hunk Of Love11. Bye Bye Love
6. Faded Love

Bei Chesky Records ist diese CD erschienen, wie kürzlich auch das neue Album von Livingston Taylor. Erwähnenswert insofern, als das Label großspurig mit der Schlagzeile 'We produce the purest, most natural recordings made today' wirbt. Und das auch noch aufschlüsselt: NO multitracking, NO overdubs, NO compressors in the signal path, NO large mixing consoles: Captured live with a singe point phase coherent microphone u.s.w.
Nun ja, ich halt mich da an ein altes Kohlwort: Wichtig ist, was hinten raus kommt. Tatsache ist allerdings, wenn man der Aufforderung folgt - 'This record shoul be played loud' - kommt man sich schon vor wie mittendrin. Allein beim Schluss von My Love Will Not Change möchte man sich fast vorbeugen und dem Drummer helfen die Becken abzudämpfen.

Aber wer ist nun dieser Billy Burnette eigentlich? Der Sprössling eines ehemaligen Hit-Songwriters, Dorsey Burnette, der ein paar Standards auf Rockabilly trimmen darf? Nun, mit etwas mehr kann der Billy schon aufwarten. Schließlich schrieb er schon Songs für Größen von Ray Charles bis Faith Hill.
Ab 1987 war er acht Jahre bei FLEETWOOD MAC, wo er den ausgeschiedenen Lindsay Buckingham ersetzte. Auf persönliche Einladung von Mick Fleetwood. Vielleicht versprach sich jener wieder etwas mehr Rock'n'Roll Feeling wie zu Zeiten von Jeremy Spencer?
Jahre später gehörte er zur Band von Bob Dylan und tourte mit diesem durch Australien. Da ist also schon was an Background vorhanden und weil der Billy in Memphis geboren wurde, stilistisch auch dort verwurzelt ist, aber in New York lebt, wurde letztes an 2 Tagen - ja, so was gibt's noch! - das Album "Memphis In Manhattan" in der St. Peter's Church im 'Big Apple' aufgenommen.

Reichlich Desert-mäßig vibriert der Memphis Blues los. Klingt wie eine Mischung aus John Hiatts Memphis In The Meantime, Elvis' Mystery Train und einer Tito & Tarantula Nummer. Der leicht dumpfe Ton des Basses rührt natürlich daher, dass es sich um einen Upright Bass handelt (manche sagen Kontrabass), der bei dieser Musik ja fast schon Pflicht ist.
Wie gut dieser Sound kommt, merkt man gleich beim Intro von My Love Will Not Change, der im besten Rockabilly-Railroad-Stil rollt und von den Gitarren nur noch wenig Unterstützung verlangt.
Die Tour mit Dylan hat Spuren hinterlassen, die mit dessen Everything Is Broken offengelegt werden. Selbst des Meisters Phrasierungen sind für Billy kein Problem. Ansonsten schleppt sich der Song wundervoll zäh dahin, mit jenem Slow-Drive Charme, wie ihn auch Dan Baird gern mal zelebriert.
An FLEETWOOD MAC wird mit Oh Well verwiesen. Recht flott, weitaus rock'n'rolliger und im Gesangsteil mit Slapback-Bass Unterstützung. Nix für Puristen, aber zweifellos gut und witzig gemacht.
Elvis' Big Hunk Of Love wird ohne große Änderungen übernommen, nur die Gitarre tendiert eher Richtung Chuck Berry. Der Klang ist wohl etwas gewöhnungsbedürftig und nicht die Offenbarung, die man sich angesichts der Worte zu Beginn verspricht, aber man muss ja daran denken: Alles live!
Die eigenen Nummern können den Anschluss an die Coverversionen halten, auch wenn einem Titel wie It's Late, das schon ein Hit für Rick Nelson war, und das rasante Tear It Up, welches man u.a. von Rod Stewart kennt, naturgemäß schneller ins Ohr flutschen.
Zum Schluss bekommt der EVERLY BROTHERS Hit Bye Bye Love noch den Tennessee-Touch.

Wer also was für Rockabilly übrig hat, Gene Vincent, Eddie Cochran, Dave Edmunds oder die STRAY CATS mag oder auf frühe Elvis Geschichten steht, der kann Memphis ruhig von Manhattan in seine Wohnung weiterreichen lassen.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 20.04.2006