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Rough Trade Records
Funeral
Arcade Fire
Funeral, Rough Trade Records, 2004
Win Butler Vocals
Regine Chassagne Vocals, Piano, Guitar, Accordeon, Harmonica, Mandolin
Richard Parry Organ
Will Butler Synthesizer, Percussion
Tim Kingsbury Bass
Howard Bilerman Drums
Sarah Neufeld Violin
Produziert von : Arcade Fire Länge: 48 Min 00 Sek Medium: CD
1. Neighborhood 1 (Tunnels)6. Crown Of Love
2. Neighborhood 2 (Laika)7. Wake Up
3. Une Anee Sans Lumiere8. Haiti
4. Neighborhood 3 (Power Out)9. Rebellion (Lies)
5. Neighborhood 4 (Kettles)10. In the Backseat

Erst im Januar 2003 gegründet, hatte die siebenköpfige kanadische Band ARCADE FIRE um daas Ehepaar Win Butler und Regine Chassagne bereits 2004 ihr Debütalbum im Kasten. Und da die Bandmitglieder 2003 einige Todesfälle im familiären Umfeld zu verkraften hatten, nannten sie dieses Debüt schlichtweg "Funeral".

Entsprechend ist dann auch einiges an Schwermut in der Musik der Montrealer spürbar, es gibt aber auch buchstäbliche Hoffnungsschimmer, wie das Mut machende Wake Up. Tatsächlich ist die Musik von ARCADE FIRE derartig vielschichtig, dass sie nur schwerlich mit Worten zu beschreiben ist : hier ein spröder kammermusikalischer Ansatz, dann wieder dynamischer Indie Pop, leichte Folkeinflüsse, ein plötzlich aufkeimender trockerner Bassgroove, dann wieder selbstreflektive Zurückgezogenheit - die Multiinstrumentalisten decken in ihren Songs die komplette Bandbreite menschlicher Gefühlsregungen ab.

Um dann doch einige Vergleiche zu bemühen : es ist nicht erstaunlich, dass David Bowie von der Band so angetan ist, finden sich doch Parallelen zum Frühwerk dieses Popmusik-Chamäleons. Auch kann man, so ungern dass die Band hört, Querverweise zu den TALKING HEADS ziehen.

Angesichts des für ein Debütalbum und eine Independent Band riesigen Aufsehens, dass sie in den USA mit "Funeral" erregt haben, darf man gespannt sein, wie sich ARCADE FIRE in Europa behaupten werden und was man zukünftig noch von der Band hören wird. Ich bin momenant noch etwas unschlüssig : einerseits sehe ich unverkennbar bemerkenswerte Ansätze, halte aber den Hype, der um die Band gemacht wird, im Augenblick noch für etwas überzogen. Das mag sich ändern, wenn man ARCADE FIRE mal auf der Bühne, bei der Umsetzung ihrer vertonten Gefühlsachterbahn, erlebt hat.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 21.04.2005