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InsideOut Music
Silence
A.C.T.
Silence, InsideOut Music, 2006
Ola Andersson Vocals & Guitar
Jerry Sahlin Keyboards, Vocoder & Vocals
Peter Asp Bass & Pedals
Thomas Lejon Drums
Herman Saming Vocals
Tomas Ebrelius Violin
Hanna Hajslund Hansen Violin
Catharina Holm Viola
John Löfgren Cello
Kenny Sahlin Additional Vocals (on Puppeteers)
Martin Hedin Voice (on Call In Dead)
Produziert von: Martin Hedin Länge: 64 Min 27 Sek Medium: CD
1. Truth Is Pain11. Silent Screams
2. Puppeteers12. Introduction
3. This Wonderful World13. The Millionaire
4. Out Of Ideas14. Joanna
5. Hope15. A Father's Love
6. Into The Unknown16. Memory To Fight
7. No Longer Touching Ground17. The Diary
8. Useless Argument18. A Wound That Won't Heal
9. The Voice Within19. The Final Silence
10. Call In Dead

Die schwedische Band A.C.T. bezeichnet man gerne als Funprogger. Nun mag der berechtigte Einwurf kommen, dass sich die Begriffe "Prog" und "Fun" als unüberwindbare Gegensätze eigentlich ausschließen, erwartet man bei Progressivem Rock, oder eben kurz Prog, doch die handwerklich kompetente, ernsthafte Auseinandersetzung mit einem komplexen Kosmos an Tönen in Kompositionen, die der (modernen) klassischen Musik oftmals deutlich näher stehen als der Rockmusik. Dabei darf gefrickelt werden, aber bitte nicht gelacht.

Natürlich ist es in der Praxis nicht ganz so schlimm, spätestens seit FRANK ZAPPA hat der Humor auch in anspruchsvollerer Rockmusik seinen Platz. Aber ein bisschen was stimmt schon, bedeutet doch "Funprog" das Aufbrechen des Prog-Kerns und die Hinwendung zu "unterhaltsameren" Elementen wie Pop und Hardrock, die das Ganze etwas auflockern und in konsumierbare Häppchen umwandeln. Entsprechend gibt es hier dann in der Regel auch keine zweistelligen Minutenzahlen bei der Titellänge.

Bekannteste Funprog-Bands sind SAGA, die britischen IT BITES oder auch, sofern man diese überhaupt noch in den Progkontext einordnene will, die frühen QUEEN oder auch die Fab Four aus Liverpool. Und eben die Schweden von A.C.T., die mit ihrem vierten Album (endlich, mögen ihre angesichts der teuren Japan-Importe geplagten Fans sagen) bei InsideOut gelandet sind und daher auf einen flüssigeren Vertrieb und Verkauf ihrer Werke hoffen dürfen. Und "Silence" bietet, was man von A.C.T. erwarten darf: geschmeidigen Art Pop im Zusammenspiel mit Neoprog, hübsch detailverliebt und dennoch nie ausufernd, immer mal wieder mit krachigen Rockeinschüben, Chorgesängen, Wendungen und Haken wie man sie eben zum Beispiel von QUEEN kennt (Call In Dead). Oder, noch präziser (wer damit noch etwas anfangen kann) von CITY BOY einer meiner Meinung nach nicht hinreichend gewürdigten ArtPopRockProg-Band der ausgehenden 70er und frühen 80er Jahre.

Soundmäßig sind die Achtziger hier ziemlich präsent, auch das ELECTRIC LIGHT ORCHESTRA schaut mal kurz ums Eck. Und strenggenommen muss sich der Rezensent nun korrigieren, denn hier gibt es auch einen langen Titel, eine so progtypische Suite, bestehend aus den Stücken 11 bis 19. Aber da allenfalls eine äußere Klammer aber kein innerer Zusammenhang diesbezüglich erkennbar ist, wirken diese wie die anderen kleinen Stücke für sich selbst. Letztendlich ist "Silence" nicht unbedingt ein Überflieger, aber ein solides, unterhaltsames Werk, bei dem es immer wieder neue Kleinigkeiten zu entdecken gibt.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 12.10.2006