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Tonstudio Soundart
Silent Wings : Eternity
Down Below
CD Release Party, Roßlau, Tonstudio Soundart, 24.01.2004

Über den Hinweis von Rabazco (vielen Dank nochmals an Erti und Marita) kam der Kontakt mit Carter (ich verwende hier ausdrücklich und ausschließlich die bandeigenen Synonyme) zustande, der schon als so etwas wie der Mastermind bei DOWN BELOW bezeichnet werden kann, und der mich herzlich einlud, an der Record Release Party im Tonstudio Soundart in Roßlau teilzunehmen.
Vor Ort waren denn auch schon Convex und Neo-scope sowie Mr. Mahoney zugange, um sich um die anwesenden Journalisten oder auch nur Hobbyschreiberlinge zu kümmern. Wirklich eine prima Idee, so was mal in einem privateren Rahmen auch von einer (noch) unbekannteren Band durchzuführen.

So konnte man, reichlich bewirtet, doch einiges über die Musik und die Entstehungsgeschichte des Albums "Silent wings : Eternity" erfahren, das voraussichtlich im März oder April dieses Jahres veröffentlicht werden wird. Ein Album, das man als Konzeptalbum über das Leben und den Tod des Tutenchamun sowie daraus entstehenden Vorfälle und Phänomene verstehen kann. Das (alte) Ägypten und seine vielfältige Mythologie und Mystik mit allen Facetten, den hellen und den dunklen Seiten war schon immer ein langgehegter Traum von Carter (der ja nicht umsonst den Namen des Entdeckers des Grabes von Tutenchamun als Pseudonym gewählt hat), den er hier vertont und mit Hilfe der übrigen Musiker von DOWN BELOW ziemlich beeindruckend umgesetzt hat. Dabei hat man sich auch fachlich-wissenschaftliche Unterstützung gesichert, indem mit dem Leipziger Institut für Ägyptologie zusammengearbeitet wurde, um originale Textpassagen auch in der richtigen Phonetik zu integrieren.
So beginnt der Opener He's the sun, mit dem folkloristischen, geheimnisvollen Intro das auch die Liveshows von DOWN BELOW eröffnet, gefolgt von Originalzitaten aus dem "Buch der Toten" und beschäftigt sich mit dem Übergang vom Leben in ein anderes Sein des Tutenchamun, der eins wird mit dem Vater und Sonne und Licht spendet.
Das nachfolgende, sehr wavige How you die in space schlägt bereits eine Brücke zum möglichen neuen Projekt Weltraum und ist, nach Aussage von Neo-scope, auch den im Shuttle verglühten Astronauten gewidmet, gleichzeitig kann ja auch der hinaufsteigende Pharaoh als Weltraumfahrer gesehen werden.

Wieder umfangreiche Recherche von Carter liegt Embalmment zugrunde, das eine detailierte Beschreibung einer Balsamierungszeromonie enthält. Der sehr gelungene musikalische Crossover zwischen dunklen ägyptischen Einflüssen und melodischem Dark Wave/Metal ist Biban El Moluk, was der arabische Name für das Tal der Könige ist und in dem die Mystik dieses Ortes eingefangen werden soll.
The man who robs dead people, in dem auch weiblicher Gesang eine weichere Note einfügt, soll den Zwiespalt zwischen dem Forscher Carter (also dem tatsächlichen) und dem lediglich materialistisch orientierten Earl of Carnavorn widerspiegeln.
Im anschließenden The seals shall be broken wird eine der zahlreichen Fluchtheorien behandelt, wonach der Vogel, der Carter zum Grab des Tutenchamun geführt haben soll, dem Fluch zum Opfer fällt.

Im schnellsten und härtesten Song Up and away wird zum einen Aufbruchstimmung beschworen, blickt aber auch zum anderen das Weltraumkonzept durch.
Die nach der Graböffnung allgegenwärtige Goldgräberstimmung, indem mit Mumien regelrechter Handel betrieben wurde, wird in Vision Gold thematisiert. Das sich anschließende Return back from ignorance beschwört denn auch, von dieser Arroganz, Habgier und Herrschersucht abzukehren und wieder die wirklich wichtigen Werte in den Mittelpunkt zu stellen.
The night has taken over bezieht sich wiederum auf eine Fluchtheorie, nach der beim Tode des Earl of Carnavorn in ganz Kairo das Licht ausgegangen sein soll. Das Hoffnung gebende Uprising : sundown experimetiert mit Streicherarrangements, während das finale Twelve das kommerziellste Stück des Albums darstellt und sicherlich (und auch hoffentlich, im Sinne der Band) einiges an airplay herausholen wird.

Alles in allem eine sehr facettenreiche, faszinierende Scheibe, die zwischen Dark Wave, Metal und melodiösem Alternative Rock pendelt, wobei die Jungs von DOWN BELOW schon weit vorangeschritten sind, eine eigene musikalische Handschrift zu entwickeln. Die Stimme von Neo-scope ist angenehm dunkel-weich, irgendwo zwischen Ville Vallo von HIM und Pete Steele von TYPE O NEGATIVE angesiedelt. Die Synthiesounds fangen die unterschiedlichen Stimmungen perfekt ein und Serpent setzt auf seiner Gitarre gekonnt metallische Widerhaken.
Ich denke Carter (also der aus Roßlau) und seine Jungs um Soundtüftler Convex können auf dieses Album richtig stolz sein, das von Gerhard Margin (u.a. CREMATORY, CENTURY) mit sicherer Hand perfekt produziert wurde.

An "Silent wings : Eternity" haben mitgewirkt:
Neo-scope: Vocals - Carter: Rhythm Guitar, Concept - Serpent: Guitar - Convex: Bass, Sounds - Maxx: Synthesizer - Mr. Mahoney: Drums & Percussion - Lunares: Synthesizer - Mandy: Vocals

Bei der äußerst sehenswerten Liveshow von DOWN BELOW sind dann noch Pyromantiker und Feuerengel für die pyrotechnischen Effekte mit von der Partie.

Ach ja, übrigens haben DOWN BELOW auch eine richtig schöne Website.

Ralf Stierlen, (Artikelliste), 26.01.2004